Obwohl es in Hesselberg diesem Jahr bei der Kerwa eine Terminüberschneidung mit Weisendorf gab, tat dies dem Zuspruch keinen Abbruch. Gegenüber der Gastwirtschaft Jägersruh stellten die Kerwasburschen den Baum auf.
Kleine Fähnchen in den Farben rot und weiß mit dem aufgelegten Frankenrechen flattern von den Straßenlaternen von Hesselberg. Die diesjährige Kerwa begann am Freitagvormittag mit einer Schlachtschüssel und frisch gebackenem Bauernbrot. Am Abend gab es vermutlich die ersten Karpfen der Saison 2013/2014 in unserer Region, die in der Küche des Gasthauses Jägersruh zubereitet wurden. Ein Tribut an die vielen Weiher um Hesselberg.

Seit 1995 kümmert sich Manfred Mirschberger, Besitzer der Gastwirtschaft, mit Unterstützung der Verwandtschaft und zahlreicher Helfer um die Ausrichtung der Kerwa in Hesselberg.
Einer, der in Hesselberg dafür sorgt, dass bei den Kirchweihbräuchen alles rund läuft, ist Konrad Warter, der für vier Maß den Baum spendiert hat. "So billige Bäume gibt es nicht mehr viele", meinte er und schmunzelte. Denn in den crailsheimischen Waldungen bei Neuhaus und dem Großenseebacher Corporationswald, wo die Hesselberger früher ihre Bäume holten, gibt es nicht mehr viele Exemplare, die für einen Kirchweihbaum taugen würden.

Stahlrohr erleichtert die Arbeit

Für den Hesselberger Konrad Warter war es eine Selbstverständlichkeit, die Kerwa im Ort zu unterstützen. "Mein Onkel Konrad Warter hat ein in den 1930er Jahren abgeholztes Waldstück wieder aufgeforstet. Dabei bepflanzte er einige Ecken mit Fichten, die nun für Kirchweihbäume taugen." Außerdem wird das Prachtstück auf seinem Grundstück aufgerichtet, direkt gegenüber des Wirtshauses. "Traditionen müssen gepflegt werden, und wenn ich etwas dazu beitragen kann, mache ich das gern", meinte er nur.
Um den Kerwasburschen die Arbeit zu erleichtern, wurde zum Baumaufstellen ein Stahlrohr in den Boden eingesenkt, das Roland Kreiner, der Schwiegersohn von Konrad Warters Bruder Herbert extra für diesen Zweck hergestellt hat.
Für die Ortsburschen war zunächst am Samstag Schwerarbeit angesagt. Das 24 Meter lange Prachtstück wurde von Konrad Warter gefällt, der sich auch hier aktiv einbringt. Bei dieser Aktion ging alles glatt, sodass der erste Baum verwendet werden konnte.
Eingeholt wurde das Prachtstück mit einem Fendt Traktor, gesteuert von Hans Dreßel. Mit dabei, auf einem geschmückten Leiterwagen, waren natürlich die Ortsburschen unter der Leitung von Oberortsbursche Nico Kreiner. Der Leiterwagen stammt von Norbert Schaub aus Großenseebach, der es vermutlich gern sieht, dass dieses alte Gerät bäuerlicher Arbeit wieder im Einsatz ist.

Paul Bräunig hatte Kommando

Nachdem der Baum geschmückt war, konnte in Hesselberg die Arbeit beginnen. An den drei Schwalbenpaaren, zur Verfügung gestellt von Baptist Winkelmann aus Hannberg, packten die Ortsburschen und weitere Unterstützer kräftig an, sodass der Baum unter dem Kommando von Paul Bräunig schnell in der Senkrechten stand. Danach wurde er verkeilt und mit Zweigen abgedeckt. In der Nacht wurde der Baum gut bewacht, damit das gute Stück bis zum Raustanzen am Montag unbeschädigt bleibt.
Den ganzen Tag konnten sich die Gäste im Zelt mit Speis' und Trank verwöhnen lassen.