Geschäftseinbruch durch Corona: Der Inhaber des Heroldsberger Bogengeschäfts leidet unter "schwerwiegenden Existenzsorgen". Daniel Hartmann hat sich deswegen eine neue Verkaufsstrategie überlegt - er möchte zukünftig auch andere Branchen bespielen. Dies sei die einzige Möglichkeit, seinen Laden zu retten, glaubt er.

Das Bogengeschäft des 34-Jährigen befand sich bis Mitte 2020 in Nürnberg. Der Mietvertrag lief allerdings aus. Zusätzlich gab es Probleme mit Vandalismus. Die richtige Location für einen neuen Standort zu finden, war nicht so einfach - schließlich brauchte es viel Platz für eine Schießbahn. Letztendlich siedelte Hartmann mit seinem Fachgeschäft in Heroldsberg (Landkreis Erlangen-Höchstadt) an.

Heroldsberger Händler leidet unter Corona-Krise: "Umsatzeinbruch von 80 Prozent"

Wie so viele Zweige leidet auch die gesamte Bogenbranche unter der Corona-Pandemie. "Wie alle Einzelhändler hatten wir auch im Frühjahr 2020 ein paar Wochen geschlossen", erklärt Hartmann inFranken.de. Seit Mitte Dezember sei sein Geschäft komplett dicht. Viel schlimmer sei aber, dass die Vereine derzeit nicht aktiv seien. "Selbst wenn wir den Laden öffnen können, kommen keine Kunden, weil sie ihrem Hobby nicht nachgehen können", erläutert er. Es gebe keinerlei Nachfrage im Moment, weil niemand schießen könne. "Seit November stieg mein Umsatzeinbruch auf 80 Prozent."

Die Pandemie trifft Hartmann hart: "Es sind schwerwiegende Existenzsorgen, die einen hier plagen. Man hat so gut wie keinen Umsatz mehr." Die Fahrt zum Laden lohne sich kaum noch. Mit dem kleinen Umsatz aus Versandbestellungen könne er nicht mal ansatzweise die Kosten decken. 

Der zweifache Vater sorgt sich vor allem um seine Familie: "Meine Frau trägt im Grunde seit November unsere privaten Kosten alleine. Ich habe schlaflose Nächte." Bis heute habe er keinerlei Hilfszahlungen bekommen. "Das ist eine enorme finanzielle, aber auch mentale Belastung", hält der Bogenhändler fest. 

Neue Strategie: Bogen-Sortiment wird um Grill-Zubehör erweitert

Weil Hartmann sein Geschäft unter keinen Umständen einfach aufgeben wollte, überlegte er sich gemeinsam mit seiner Steuerberaterin einen Plan. "Sie hat mich dazu motiviert zu überlegen, was wir anbieten könnten, um das Geschäft nicht schließen zu müssen", erklärt der 34-Jährige. Weil er sich seit Jahren für Grillen, Smoken und Kochen mit dem Dutch Oven (ein Topf aus Gusseisen, den man über Feuer stellen kann) begeistere, habe es nahegelegen, eine Geschäftserweiterung in diese Richtung vorzunehmen. So führt Hartmann jetzt ein Bogen- und BBQ-Geschäft. Die Schießbahn musste dafür weichen.

An seiner neuen Geschäftsidee hängt einiges. Für die Sortimentserweiterung sei ihm aufgrund der Einbußen des vergangenen Jahres kein Kapital mehr geblieben. Deswegen musste Hartmann einen Kredit aufnehmen. "Es ist die einzige Möglichkeit, den Laden nicht aufgeben zu müssen", erklärt der 34-Jährige. 

Derzeit befindet sich das Geschäft noch in den letzten Umbauarbeiten. In der kommenden Woche werden circa 70 Grills inklusive Zubehör geliefert. Ab dem 29. März plant Hartmann die Eröffnung des neuen Grill-Shops. Seine Bogenschützen-Kundschaft scheint sich schon auf den neuen Geschäftszweig zu freuen: "Einige haben schon zugesagt, dass sie sich einen Grill bei mir kaufen möchten", freut sich der 34-Jährige. "Wir gehen davon aus, dass unser kombinierter Bogen- und BBQ-Shop gut angenommen wird", gibt sich Hartmann optimistisch.

Nähere Informationen zum Geschäft sowie die Terminvereinbarung für Click und Meet gibt es hier.

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt gibt es außerdem bald einen neuen Rewe-Markt. Die Eröffnung findet bereits im April statt.