Seit Jahren investiert Hemhofen in die Erneuerung der Kanalnetze, zuletzt in diesem Jahr im Gebiet Leithe rund 500 000 Euro. Im kommenden Jahr wird eine Million Euro im Haushalt eingeplant, um das Abwassernetz zu erneuern. Betroffen sind davon die Straßenzüge, deren Leitungen zur Kläranlage in Röttenbach führen.
Vor einigen Jahren schon wurden vergleichbare Arbeiten in Zeckern durchgeführt. Hier wurden anschließend auch die Straßen saniert. 2015 war die Eichendorff-Straße an der Reihe. Hier hieß es zuerst, die Anlieger brauchten keine Ausbaubeiträge zahlen, dann hieß es doch, und Beträge wurden genannt. "Es geht nur um 60 Prozent der damals genannten Summe", betonte Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU) in der Bürgerversammlung.
Diese langjährigen Investitionen waren für etliche Bürger Anlass, schon vor und auch in der Versammlung schriftliche Anfragen an die Gemeinde zu richten. Der Tenor: Warum repariert Hemhofen nicht kleine Schäden sofort, sodass es nie zu Generalsanierungen kommt, deren Kosten zum Teil auf die Bürger umgelegt werden?
Ein Bürger hofft, dass so mit der Ringstraße verfahren werden könnte. Doch der Bürgermeister musste eine Absage erteilen. "Eine Reparatur genügt hier nicht. Die Straße stammt aus den 60er-Jahren und ist von dementsprechend schlechter Qualität. Es müsste ein Vollausbau sein." Eine Kostenschätzung geht von 1,1 Millionen Euro aus, von denen nach der örtlichen Ausbau-Beitragssatzung 60 Prozent auf die Bürger umgelegt werden müssten.
Vorbeugende Instandhaltung schön und gut. Trotzdem, so betonte Nagel, habe sich die Kommune aus Kostengründen für einen neuen Feuerwehrstandort entschieden, anstatt zwei Gebäude mit erheblichen Mitteln zu sanieren. Die Sanierung der Schule soll auch angegangen werden. "Nicht alles auf einmal", warnte Nagel vor überzogenem Vorgehen.
Bevor man an eine Straßenoberfläche gehe, müsse man zuerst deren Untergrund und den Zustand von Kanälen und Leitungen anschauen, beispielsweise die alten Mittelspannungsleitungen zwischen den Trafostationen. Hier musste eine im Gebiet Wolfenäcker wegen eines akuten Schadens sofort ausgewechselt werden. Unerwartete Kosten von 150 000 Euro waren die Folge. Dieselbe Summe werde für den Austausch in der Siedlerstraße in Zeckern notwendig sein.


Erst kassiert, dann saniert

Wolfgang König fragte nach, weshalb in einigen Straßenzügen bereits Vorschüsse auf künftige Verbesserungsbeiträge erhoben wurden, die zu finanzierenden Maßnahmen aber noch nicht durchgeführt sind. Nagel betonte in seiner Antwort, das solche Gelder nach den Regeln der kameralistischen Haushaltsführung nicht auf Separatkonten geparkt werden, sondern im allgemeinen Haushalt. Daraus müsse man wiederum Sonderausgaben wie den genannten Leitungsaustausch im Gebiet Wolfenäcker finanzieren. Nun sei es an der Kommune, die Ausbaumaßnahmen aus eigener Kraft zu stemmen.
"Die Maßnahme wird nur zeitversetzt gemacht", versicherte Nagel. "Und damit teurer?", hakte König nach. Das erwartet Nagel nicht. Im vergangenen Jahr habe man bei Ausschreibungen deutlich günstigere Preise als in den Jahren 2011 und 2012 erzielen können.
Die Idee, mit alljährlichen Beiträgen aller Grundstückseigentümer die Lasten von Straßenbaumaßnahmen gerechter zu verteilen, wurde mehrmals angesprochen. Nagel sieht das mit Skepsis. "Ist das gerecht für die, die erst vor Kurzem für ihre Straße gezahlt haben?", fragte er mit Blick auf Zeckern. Welche Lösung kommt, dazu will Nagel erst die Entscheidung des Landtags im April abwarten.
2016 wird die Gemeinde in gewissen Abständen (sechs- bis achtmal im Jahr) die Straßen kehren lassen. Dafür erhebt man keine Gebühren, da der Verwaltungsaufwand größer als der Nutzen sei, teilte Nagel auf Nachfrage mit. "Müssen wir selber kehren?", fragte ein Bürger nach. "Das wäre gut", antwortete Nagel unter dem Beifall vieler Anwesender. Weiter teilte er mit, dass der Brunnsee in Zeckern entschlammt wird. Das gemeindliche Gewässer wird vom Landschaftspflegeverband instandgehalten. Der übernimmt auch das Schlammentfernen, nachdem es vor ein, zwei Jahren wegen der Stauhöhe zu Wasser in umliegenden Gebäuden gekommen ist.