Er sei am Ende fast nur noch damit beschäftigt gewesen, Fahrräder zu reparieren, auszuschlachten und auszubessern, berichtet Bernd Heinlein, seines Zeichens Hausmeister an der Lonnerstadter Grundschule. "Ich bin glücklich, dass wir jetzt neue haben - ich hoffe, ich brauche in den nächsten Jahren nur noch aufzupumpen", meint er lachend. Die über 40 Jahre alten Pendants seien am Ende ja regelrecht zusammengefallen.

Gestern übergaben die Aufwandsträger die neu angeschafften Übungsfahrräder an die Jugendverkehrsschule: "Nach 47 Jahren haben wir endlich neue Fahrräder", freute sich auch Lonnerstadts Bürgermeister Stefan Himpel (FW).

Die Kosten teilen sich der Landkreis Erlangen-Höchstadt, die Stadt Höchstadt, die Gemeinden Röttenbach, Adelsdorf und Hemhofen sowie die Schulverbände Mühlhausen und Lonnerstadt-Weisachgrund. Die Aufteilung erfolgt nach Anzahl der beschulten Schüler (s. Tabelle). Derselbe Schlüssel wird bei der jährlichen Unterhaltspauschale angelegt: 4000 Euro werden für die Pflege der Räder und allem was dazu gehört veranschlagt. "Mit Reinigung und Instandhaltung des ganzen Areals kommt ganz schön was an Arbeitsstunden zusammen", bestätigt Hausmeister Heinlein.

"Kein Murren, nicht mal Nachfragen"

"Das Schönste an der ganzen Sache: Als wir mit diesem Vorschlag kamen, gab es kein Murren, nicht einmal Nachfragen, jeder hat gleich zugestimmt", lobte Himpel seine Bürgermeisterkollegen. Bisher trug nämlich der Schulverband Lonnerstadt-Weisachgrund, dessen Vorsitzender Himpel ist, gemeinsam mit dem Landratsamt die Kosten für den Verkehrsübungsplatz - obwohl acht Gemeinden ihre Kinder dort zur Verkehrserziehung schicken. Das wurde jetzt im Zuge der Neuanschaffung endlich richtig gestellt.

Im Schnitt lernen hier 18 Klassen mit rund 400 Kindern pro Jahr, wie sie sich richtig im Straßenverkehr bewegen und als Fahrradfahrer verhalten müssen. Über die letzten sechs Jahre waren es genau 2439. Geübt wird in drei Beschulungseinheiten, erklärte Polizeihauptmeisterin Michaela Rosenthal, die Theorie und Praxis enthalten. Am Ende stehen Einzel- und Gruppenprüfungen auf dem Verkehrsübungsplatz sowie - nach bestandener Prüfung - eine Strecke gemeinsam mit den Polizisten im Realverkehr.

Verkehr hat zugenommen

"Dieser Fahrradführerschein ist auch heute noch enorm wichtig", bekräftigte Landrat Alexander Tritthart, der mit den ersten Übungsfahrrädern vor 40 Jahren genau an dieser Stelle selbst seine Fahrradprüfung ablegte. Der Verkehr habe in den vergangenen 40 Jahren aber um ein Vielfaches zugenommen, was auch viel Können und Aufmerksamkeit von den Kindern abverlange. Darum sei es umso wichtiger, jetzt neue, verkehrstüchtige Übungsräder zu haben. An Anforderungen hatten die Polizisten eine Rücktrittbremse gefordert, eine gute Stabilität und keine Gangschaltung. "Das lenkt nur ab und ist wartungsintensiv", so Rosenthal.

Von den alten hat übrigens Hausmeister Heinlein hergerichtet, was noch brauchbar war. Sie werden zu gleichen Teilen an die beteiligten Schulen verschenkt - zu Übungszwecken in der Turnhalle oder auf dem Pausenhof. "Denn verkehrstüchtig sind sie nicht mehr. Aber sie funktionieren", erklärt die Polizistin.