Ein Prosit auf die Gewinner: 13 Brauereien aus Franken haben bei der elften Preisverleihung der "European Beer Awards" heuer eine Medaille abgesahnt. "Ich freue mich total über diesen Award", sagt Andreas Geyer am Rande der Preisverleihung in Nürnberg am Mittwochabend. Ausgerechnet bei der ersten Teilnahme konnte sich die kleine aber feine Brauerei aus Oberreichenbach mit ihrem Rotbier durchsetzen.

"Wir haben zwar nur in ganz kleinen Anführungszeichen eine Bronzemedaille bekommen. Aber gleichzeitig haben wir es nun schwarz auf weiß, dass wir in Oberreichenbach das drittbeste Rotbier auf der ganzen Welt in unserer Brauereigaststätte ausschenken dürfen", freut sich Junior-Chef und Braumeister, Andreas Geyer.

Der 35-Jährige nimmt sich fest vor, auch bei der nächsten Preisverleihung wieder teilzunehmen. Besonders die mondäne Party nach der Preisverleihung hat es dem Braumeister angetan.
"Die Nacht der Sieger war schon vom Feinsten." Besonders die unglaublich große Auswahl an preisgekrönten Bieren aus aller Welt hat Geyer beeindruckt.

Nur regionale Zutaten

"Im nächsten Jahr will ich mit meinem Hausbräu gewinnen", kündigt Geyer an. Der Preis sei ein großer Imagegewinn für die Brauerei mit dem großen Vogel im Wappen. "Die Trophäe bekommt auf jeden Fall einen Ehrenplatz", kündigt Geyer an.

Der Preis sei Ansporn, den eigenen Weg konsequent weiter zu verfolgen. "Wir wollen weiter nur regionale Zutaten wie Malz auf Frauenaurach und Hopfen aus Spalt verwenden." Am Ende schmecke man schließlich die Qualität der Zutaten bei jedem Schluck. "Qualität setzt sich am Ende durch", findet der Braumeister aus Oberreichenbach. Bezeichnend findet Geyer, dass die großen "Fernseh-Biere" keinen Preis bekommen haben.

Insgesamt sind 1613 Biere aus aller Welt heuer beim Wettbewerb "European Beer Star" angetreten. Die meisten Medaillen konnte 2014 erneut Deutschland abräumen. Zwar konnten die fränkischen Braumeister insgesamt stolze 13 Preise einheimsen. Allerdings holte nur das Fürstliche Brauhaus Ellingen eine Goldmedaille für Nordbayern (Kategorie: European Style Dunkel). Häufiger landeten Biere aus Oberbayern (4) und Niederbayern (3) ganz oben auf dem Siegertreppchen.

Jedes Jahr liefert sich der Norden und der Süden des Freistaates bei den "Bier-Oscars" ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Kein Grund zur Panik, findet auch der fränkische "Bierpapst" Markus Raupach: "Die fränkischen Brauereien sind in ihren Paradedisziplinen nach wie vor sehr stark. Die klassische, fränkische Kategorie ist das Rauchbier. Hier haben wir mit der Brauerei Rittmayer aus Hallern dorf sogar Silber und mit der Brauerei Kundmüller aus Weiher dazu noch Bronze geholt."

Brauerei aus Mazedonien

Insgesamt habe sowohl Altbayern als auch Franken stark mit der internationalen Konkurrenz zu kämpfen gehabt. "Der Rest der Welt hat mittlerweile einfach auch gelernt hat, richtig gute Biere zu machen." In der Tat wächst die Bier-Konkurrenz beträchtlich. So konnte beim bayerischen Weißbier ausgerechnet eine Brauerei aus Mazedonien die Goldmedaille gewinnen. Franken bleibt trotzdem Bier-Paradies Nr. 1 in der Welt. Da ist sich Markus Raupach sicher. "Wir können jeden Tag losfahren und uns innerhalb von einer Autostunde ein Bier aus mehr als 2500 verschiedenen Bieren aus Franken nach Hause holen, die unsere rund 300 Brauereien herstellen." Damit diese Biervielfalt auf Dauer bleibt, müssen Verbraucher den Wert der fränkischen Biere noch besser schätzen lernen, findet Raupach.