Schon viel Staub aufgewirbelt haben zwei zwischen dem Vestenbergsgreuther Ortsteil Dietersdorf und dem zu Burghaslach gehörenden Breitenlohe geplante Windräder. Das zuständige Landratsamt Erlangen-Höchstadt hat die Pläne für die beiden 199 Meter hohen Anlagen genehmigt. Die Nachbargemeinde Burghaslach und zwei Anwohner klagen dagegen. Am Mittwoch, 5. August, wird diese Klage vor dem Verwaltungsgericht in Ansbach verhandelt.

Das Landratsamt Erlangen-Höchstadt habe die Anlagen genehmigt, weil die rechtlichen Voraussetzungen dafür vorliegen, sagt Landratsamt-Pressesprecherin Hannah Reuter. Naturschutz, Abstandsregelung, Lärmschutz und Schattenwurf entsprächen den Vorgaben. Daraus ergebe sich für den Antragsteller ein Anspruch auf die Genehmigung.

Antragsteller für den Bau der beiden Windräder ist der Vestenbergsgreuther Gemeinderat Friedrich Brehm (SPD) aus dem Ortsteil Dietersdorf. Er will zu seinen Plänen nach wie vor aber keinen Kommentar abgeben. Brehm verrät auch nicht, ob er die Windkraftanlagen in Eigenregie errichten will, oder ob ein überregional agierendes Unternehmen bei den Plänen mitmischt. Eine Bürgergesellschaft wie in Mühlhausen oder Lonnerstadt ist offensichtlich nicht geplant.

Einer der beiden Anwohner, die gegen die Entscheidung des Landratsamtes klagen, ist Markus Blum. Er hat von seinem Haus am Düllberg zum geplanten Standort der Windräder einen Abstand von 504 Meter errechnet. Über dem nahen Waldrand vor seinem Grundstück würden sich die beiden Windräder in den Himmel erheben.

Einen gewichtigen Mitstreiter hat er in der Gemeinde Burghaslach gefunden. "Mir geht es darum, meine Bürger zu schützen", sagt deren Bürgermeister Armin Luther (CSU/FWG). Damit meint er aber nicht nur Markus Blum, sondern auch die, die künftig im 900 bis 1000 Meter entfernten Baugebiet in Breitenlohe bauen möchten. Teilweise ist dieses Gebiet auch schon bebaut. Luther sei zwar nicht gegen Windräder, nur der Abstand müsse passen. Das sei bei diesen Plänen nicht der Fall, meint der Bürgermeister.

Überhaupt liege der Standort auf der Gemeindegrenze zwischen Vestenbergsgreuth und Burghaslach bereits im Naturschutzgebiet Steigerwald. Luther wundert sich, dass hier Windräder genehmigt werden, während Markus Blum in 500 Metern Entfernung nicht einmal eine Lagerhalle bauen darf.
Der Bürgermeister fürchtet einen wirtschaftlichen Schaden für seine Gemeinde und "Probleme für die, die in der Nähe wohnen".

Noch nichts entschieden

Nicolas Sportelli ist zuversichtlich, was die heutige Verhandlung in Ansbach betrifft. Er ist der Sprecher der Bürgerinitiative, die sich gegen den Bau der Windräder formiert hat und hofft, "dass noch lange nichts entschieden ist".

Relativ neutral sieht Vestenbergsgreuths Bürgermeister Helmut Lottes (CSU/UB) der Gerichtsentscheidung entgegen: "Wir nehmen jedes Ergebnis hin." Er erinnert nur daran, dass die beiden Windräder bei Dietersdorf nach altem Recht genehmigt wurden.