Wo trifft man sich in Poppenwind? Im Wirtshaus. Der 70-Einwohner-Ortsteil von Gremsdorf hat noch ein Wirtshaus und seine Wirtin Maria. Es ist selbstverständlich, dass die alljährliche Generalversammlung der Dorfgemeinschaft dort stattfindet.
Neuwahlen stehen auf der Tagesordnung. Aber Vorsitzender Georg Dellermann ist sich sicher, dass es keinen Freiwilligen für das Amt gibt. Also tritt er nochmals an. "Weil es sich einfach gehört, in der Dorfgemeinschaft mitzumachen", sagt nicht nur er, sondern auch eine ganz Reihe von jungen Leuten, die noch keine 20 Jahre alt sind.


Das Dorffest als Höhepunkt

"Das Dorffest ist doch die Hauptsache vom ganzen Jahr", ergänzt ein Jugendlicher noch, während Dellermann von den Anfängen erzählt. Unstrittig ist für alle die Kapelle der Mittelpunkt des Ortes.
Deswegen kam einem Poppenwinder die Idee, vor dem kleinen Gotteshaus eine Biertischgarnitur aufzustellen, damit man sich auf ein Seidla und einen Plausch zusammensetzen konnte. Die Sache ist gewachsen, und gemütliches Biertrinken ist längst nicht mehr das ganze Programm.


Backen wie in alten Zeiten

Da kommt auch der fahrbare Stein-Backofen zum Einsatz. Das Jahr über kann ihn jeder ordern. Er wird auf den Hof gefahren, und man kann sein Brot nach alter Art backen. Da diese Kunst nicht mehr jede(r) beherrscht, hat die Dorfgemeinschaft einen Brotbackkurs organisiert. Für die Feste wird auch mal ein Zwiebelkuchen hingeschoben oder Pizza in Mengen. "Wir haben auch schon Schaschlik und Ripple drin gebraten", erzählt Christine Munske.
Vom Feste feiern, wie sie fallen, halten alle viel. Am liebsten bleibt man da aber unter sich. Zusammenfeiern, das zählt Vorsitzender Dellermann zu den "alten Tugenden" einer Dorfgemeinschaft. Dazu zählt er auch die Jugend.
Für sie gibt es eine ehemalige Garage, gleich neben der Kapelle. Schafkopfrunden finden dort statt, Grillfeste und auch mal ein Volleyball-Turnier auf dem Spielplatz, den die politische Gemeinde angelegt hat.