Gibt es im Straßenverkehr in Höchstadt gefährliche Stellen, die entschärft werden müssten? Der Fränkische Tag drehte mit Fahrlehrer Gunter Kriegel eine Runde und befragte dazu stellvertretenden Polizeichef Gerhard Backert und Johann Schulz, den Sprecher des Arbeitskreises Verkehr. Das Ergebnis: Auch wenn aktuell richtig brisante Ecken nicht erkennbar sind, könnte doch hier und dort nachgebessert werden (siehe unten).

In den südlichen wie in den nördlichen Wohngebieten Höchstadts sind inzwischen Tempo-30-Zonen ausgewiesen. Hier erlebt Fahrlehrer Kriegel, dass noch nicht alle Verkehrsteilnehmer die Regeln verinnerlicht haben. Generell gelte in diesen Zonen rechts vor links, wobei aber verkehrsberuhigte Bereiche untergeordnet sind, sagt Kriegel. Wer also aus "Spielstraßen" kommt, muss immer warten.

Das sollte auch vor dem Stadtturm für klare Verhältnisse sorgen.
Wer aus der Steinwegstraße oder der Innenstadt kommt, hat keine Vorfahrt. Immer wieder biegen hier aber Autofahrer von der Brückenstraße ab, gewähren dann dem Verkehr von rechts aus der Steinwegstraße Vorrang und bringen nachfolgende Fahrzeuge in Gefahr, die dann halb in den Schillerplatz ragen.


Ampel für die Fußgänger

Arbeitskreis-Sprecher Schulz möchte nicht nur an den Zufahrten zu den 30er-Zonen Zusatzschilder mit "hier gilt rechts vor links" anbringen. Er wünscht sich zudem am Zebrastreifen über die Rothenburger Straße auf Höhe des Kauflands eine Fußgängerampel. Schulz: "Dreimal war ich hier schon als Ersthelfer im Einsatz."

Entschärfen möchte Gerhard Backert die Einmündung der Linden- in die Bamberger Straße. Autofahrer, die aus Etzelskirchen kommen und in die Lindenstraße abbiegen, nehmen hier immer wieder dem Gegenverkehr die Vorfahrt. Die Polizei sucht nach einer Lösung für diesen Unfallschwerpunkt.


Gefahrenstellen (siehe Fotos)

Verkehrsinsel Grundschule Süd
Fahrschüler lernen, wie sie diese Verkehrsinsel an der Grundschule Süd vorschriftsmäßig umfahren müssen und haben dann auch keine Probleme - im Gegensatz zu vielen älteren Autofahrern. Im Foto demonstriert Kriegel mit dem weißen Fahrschulauto, wie es falsch ist. Da die Insel komplett zweispurig umfahren werden kann, sollte man einfach immer auf der rechten Spur bleiben, rät der Fahrlehrer. Linksabbieger können dann entweder vor der Insel abbiegen, oder sie umfahren. Beide Varianten sind möglich. Die Polizei hat laut Backert an dieser Grüninsel noch keine Unfällle registriert und würde alles so lassen, wie es ist. Kriegel könnte sich Pfeile auf der Fahrbahn vorstellen. Johann Schulz vom Arbeitskreis würde gar einen richtigen Kreisverkehr ausweisen. Die aktuelle Situation hält er für zu verwirrend.

Treibweg
Eigentlich gilt am Treibweg rechts vor links. Das Fahrschulauto (rechts) hat Vorfahrt. Wie auch in anderen Höchstadter Tempo-30-Zonen irritieren hier noch die alten weißen Markierungen und suggerieren eine andere Verkehrsregelung. "Die gehören weg", sind sich Kriegel und Schulz einig.

A.-Stifter-Straße
Hier könnte eine kleine Sperrfläche auf die Fahrbahn der A.-Stifter-Straße gemalt werden, findet Fahrlehrer Gunter Kriegel. Dann sollten Radfahrer auch gegen die Einbahnstraße fahren dürfen. Die Sperrfläche würde ihnen an der Einmündung mehr Sicherheit beim Abbiegen geben. Aktuell sei es Radlern nur schwer zu vermitteln, dass sie weite Umwege und einen kräftigen Anstieg bewältigen müssen, um aus der Innenstadt in die A.-Stifter-Straße zu kommen.

Parkplatz Aischaue
Der Weg sieht für manchen Autofahrer aus wie die Parkplatz-Ausfahrt, mündet aber in einen Geh- und Radweg. Ein einfaches Fußweg-Schild könnte hier die Autofahrer davon abhalten, Irrwege einzuschlagen. Immer wieder beobachtet Gunter Kriegel, wie sich Autos hier durchschlängeln wollen.