• Leukämie: Student aus Erlangen erhält mit nur 25 Jahren niederschmetternde Diagnose
  • Stammzellenspender gesucht: Seine Freundin will ihm helfen
  • Typisierung über die DKMS-Homepage möglich
  • Alle Infos und der Link zur Homepage: dkms.de/aktiv-werden/spender-werden 

Mit dem Aufruf "Bitte registriert euch auf der Seite der DKMS und lasst euch typisieren!" wendet sich Kim Körner aus Erlangen an die Facebook-Gemeinde. Ihr Partner Yegor Wolf hat mit gerade mal 25 Jahren die Diagnose akute Leukämie bekommen und sucht einen passenden Stammzellspender.

Leukämie mit 25 - Freundin entsetzt: "Hoffentlich bringt ihn die Krankheit nicht um"

"Ich durfte damals wegen Corona nicht mit ins Krankenhaus. Erst nach der Diagnose durfte ich dann jederzeit zu Besuch kommen", erinnert sich Körner gegenüber inFranken.de. Wegen Knochenschmerzen in den Schienbeinen, bei denen auch keine Schmerztabletten geholfen haben, kam ihr Partner im Mai 2021 in die Notaufnahme. Noch am selben Abend erhielten sie die Verdachtsdiagnose Blutkrebs. 

Nach einer Knochenmarkpunktion bestätigte sich der Verdacht. Das Ergebnis kam bereits am nächsten Tag. Die Diagnose zu hören, sei sehr hart gewesen. "Mein erster Gedanke war: 'Hoffentlich bringt ihn die Krankheit nicht um'. Das hat mir am meisten Angst gemacht." Wolf musste direkt im Krankenhaus bleiben, damit die Behandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung schnellstmöglich beginnen konnte.

"Das war wie ein falscher Film. Ich habe mich wie in einer Blase gefühlt und das erstmal gar nicht wirklich realisieren wollen oder können. Mit dem Gedanken musste ich erstmal klarkommen", sagt Körner. Ein paar Tage habe es gedauert, bis sie es glauben konnte. "Ich mache eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Es ist so surreal, das dann beim eigenen Partner als Diagnose zu hören."

Blutkrebs-Erkrankung: : "Für uns beide eine große Belastung"

Zwölf Wochen verbrachte der Student im Krankenhaus. Momentan ist er für eine Woche in der gemeinsamen Wohnung, die Leukoplasten, also die für die Erkrankung verantwortlichen Blutkörperchen, seien für den Moment unter Kontrolle. "Aber es kann jederzeit zu einem neuen Ausbruch kommen. Weil sein Körper eh schon geschwächt ist, wäre das nicht gut. Aber man weiß nicht genau, wie die Chancen aussehen", sagt Körner.

"Er ist froh, gerade mal daheim sein zu können. Körperlich ist er sehr schlapp und auch psychisch ist es für uns beide eine große Belastung", erklärt sie. Zuvor war Wolf kerngesund und fit und hatte keinerlei Einschränkungen. Jetzt kann er kaum mehr als kurze Spaziergänge unternehmen, sogar Wäsche aufhängen ist bereits zu anstrengend.

"Wir sind gerne mal in den Urlaub gefahren, um ein bisschen rauszukommen und was anderes zu sehen, aber das geht auf keinen Fall." Zu viele Termine im Krankenhaus stehen an. "Er muss regelmäßig zu Blutabnahmen, um zu kontrollieren, dass alles passt, wir müssen auf eine Antwort wegen der Stammzellenspende warten und demnächst muss er wieder stationär ins Krankenhaus, da steht die nächste Chemo an. Das ist noch ein langes Prozedere, deswegen können wir momentan nichts planen."

"Es gibt Momente, in denen man einfach nur heulen möchte"

Ohne Stammzellenspende werde die Krankheit wahrscheinlich immer und immer wieder ausbrechen. "Er braucht die Spende, um hoffentlich gesund aus der Geschichte herauszukommen", sagt Körner. "Die Ärzte sagen, so schnell wie möglich." Zwar gebe es Spender*innen, die zumindest zu ein paar Prozent übereinstimmen würden, doch noch besteht die Hoffnung, eine komplette Übereinstimmung zu finden.

"Man fühlt sich machtlos. Aber es ist nicht so, dass man gar nichts tun kann. Wir können füreinander da sein, ich kann für ihn da sein, ich kann ihn unterstützen. Ich kann ihm das schön machen, was wir hier haben. Wir können die Zeit zusammen genießen", zeigt Körner sich dennoch positiv gestimmt. "Man sollte immer versuchen, die positiven Seiten herauszukitzeln und zu sehen, weil das Negative macht einen im Endeffekt nur fertig und dann hat man irgendwann keine Kraft mehr."

Zu Beginn habe sie diese Sichtweise nicht gehabt. "Das muss man sich antrainieren, da positiv zu bleiben. Aber es gibt trotzdem Momente, in denen man einfach nur heulen und gar nicht mehr aufhören möchte. Die Emotionen kommen wellenartig."

DKMS: So einfach könnt ihr euch registrieren

Körner selbst habe vor der Diagnose ihres Partners nicht von der DKMS gewusst. "Ich habe mich dann aber sofort registrieren lassen. Nicht nur, um für meinen Partner vielleicht passend zu sein, sondern auch für andere. Eine Stammzellenspende ist schließlich keine große Sache."

Auf der Website der DKMS kann man sich als Spender*in registrieren. Dann bekommt man kostenlos ein Set für einen Wangenabstrich nach Hause geschickt. Aufgrund der genetischen Merkmale in der Probe kann dann bestimmt werden, wer als Spender*in infrage kommt.

Viele Krebsarten kann man durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkennen. Christof Lamberti, Leiter des onkologischen Zentrums bei Regiomed, erläutert in einem Plus-Artikel des Fränkischen Tags, wie wichtig das auch in Corona-Zeiten ist.