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Erlangen
Transplantation

Rettung in letzter Minute: 16-Jährige wurde dank Spenderherz endlich operiert

Ein 16-jähriges Mädchen wartete nun schon fast ein ganzes Jahr auf ein Spenderherz. Doch das Warten ist endlich vorbei! Am Klinikum Erlangen gelang Ende der vergangenen Woche endlich die schwere Herztransplantation beider schwerkranke Patientin.
 
Eine 16-Jährige brauchte im Klinikum Erlangen dringend ein neues Herz. Foto: FAU

Rettung in letzter Minute: Ende letzter Woche bekam die 16-jährige Andrea im Klinikum Erlangen ein neues Herz transplantiert. Am Donnerstag (21. Januar 2021) stand fest: Sie hat die Operation ohne schwerwiegende Folgen überstanden. 

Das Mädchen litt aufgrund einer angeborenen Herzmuskelerkrankung unter einer schweren Herzmuskelschwäche und lag seit Anfang Dezember 2020 in lebensbedrohlichem Zustand auf der Kinderkardiologischen Intensivstation der Uni-Klinik in Erlangen.

Nach monatelangem Warten: Rettung in letzter Minute

Ende März 2020 wurde die bis zu diesem Zeitpunkt vollkommen gesunde Realschülerin mit einem Schlaganfall zunächst in die Uni-Klinik Regensburg eingewiesen. "Als sich herausstellte, dass der Schlaganfall durch eine massiv verminderte Herzfunktion ausgelöst worden war, ließen die Regensburger Kollegen sie in unsere Abteilung verlegen", berichtet Dr. Martin Schöber, Oberarzt der Kinderkardiologischen Abteilung des Uni-Klinikums Erlangen.

Bei Andrea diagnostizierten die Ärzte eine seltene Herzmuskelerkrankung. Dabei kann sich das Herzmuskelgewebe nicht weiter zur endgültigen Herzgewebestruktur entwickeln, sondern verbleibt in seinem embryonalen Zustand. Die Folge ist eine zunehmende Herzschwäche. Die Prognosen für betroffene Patienten stehen meist sehr schlecht. Auch Andreas Zustand verschlechterte sich rapide. Bereits im September sei sie nicht mehr in der Lage gewesen, Treppen zu steigen. "Im Oktober musste ich dann mit der Familie über die Notwendigkeit einer Herztransplantation sprechen", so Schröber.

Doch trotz ihrer aussichtslosen Situation lehnte das Mädchen zunächst die Transplantation ab. "Andrea wollte auf gar keinen Fall aus dem Tod eines anderen Menschen einen persönlichen Vorteil ziehen", erklärt Schröber. Erst eindringliche Gespräche mit den Ärzten und einer früheren Transplantationspatientin änderten die Meinung der 16-Jährigen. Keinen Augenblick zu früh: Mitte Dezember 2020 – nur vier Wochen nach ihrer Aufnahme auf die Eutransplant-Warteliste – verschlechterte sich Andreas Zustand massiv. Sie wurde auf die Intensivstation verlegt. "Andreas Werte zeigten die schlechteste Herzfunktion, die ich bisher in meiner medizinischen Laufbahn echokardiografisch gesehen hatte", erklärt Schröber.

Herztransplantation: 16-Jährige ist "unendlich dankbar"

Am 14. Januar dann die erlösende Nachricht: Es gibt ein Spenderherz für Andrea. Es grenzt an ein Wunder, dass das Organ so schnell zur Verfügung stand. "Gerade bei Kindern und Jugendlichen müssen die gespendeten Organe nicht nur die passenden Blutgruppenwerte aufweisen, sondern auch die richtige Größe haben, um in den noch nicht ausgewachsenen Brustkorb transplantiert werden zu können", berichtet Schröber.

Andrea erholt sich aktuell von der Operation. "Ich bin allen, die mir hier geholfen haben, so unendlich dankbar", sagt die 16-Jährige, die sich jetzt vor allem darauf freut, wieder zurück nach Hause zu dürfen und ihre beiden Geschwister wiederzusehen. Ein bisschen Geduld braucht sie aber noch. In den nächsten vier Wochen soll erst einmal überprüft werden, ob Andreas Körper das Organ gut annimmt. Außerdem muss sie auf die dafür nötigen immunsuppressiven Medikamente eingestellt werden. Diese muss Andrea für den Rest ihres Lebens einnehmen.