Die symbolische Handlung stand am Ende einer Reihe von Gesprächen mit den Anwohnern der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO): Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, AEO-Leiter Markus Oesterlein und weitere Akteure durchschnitten das weiß-blaue Band vor dem neuen Fußgängertor am Erlenweg 4.

"Das Tor ist eine wertvolle Anregung aus der Bevölkerung und entlastet die Bewohner des Kapellenschlages", erklärte Piwernetz. Darüber hinaus stärke die parallele Maßnahme durch die Trennung des Fahrzeug- und Fußgängerverkehrs die Sicherheit. Denn zwischen den Stadtstraßen "Birkenallee" und "Kastanienstraße" längs der Staatsstraße 2281 am Ortsrand von Bamberg sei auch ein eigenständiger Geh- und Radweg geschaffen worden:"Er bindet die Bewohner der Nato-Siedlung auf einer Länge von rund 500 Metern noch besser an die Innenstadt an", so die Regierungspräsidentin.

Eine Querung der viel befahrenen Pödeldorfer Straße ist somit nicht mehrzwingend erforderlich. Der verkehrlichen Erschließung des im Zuge der Konversion neu entstandenen Wohngebiets dient auch die Buslinie 902 mit ihrer Haltestelle in der Kastanienstraße.


Wartebereich außerhalb des Zauns

Zu dem neuen Fußgängertor gehören ein zusätzlicher Wachcontainer sowie ein Besucherzentrum aus Wartebereich und Sanitäreinrichtungen außerhalb des Zauns um die AEO. "Wir erhoffen uns nun mehr Ruhe und eine Entzerrung der Fußgängerströme", sagte Karoline Zapf, die sich als Vorsitzende der Siedlergemeinschaft der Kinderreichen am Kapellenschlag für dieses Toreingesetzt hatte. Mitstreiter war auch Heinz Kuntke, Vorsitzender des Bürgervereins Bamberg-Ost.

Für OB Starke war die Eröffnung "ein guter Tag für die Nachbarn und für die Stadt". Der städtische Vorteil liege in der besseren Anbindung der Nato-Siedlung durch den Geh- und Radweg. Starke würdigte die "gute Zusammenarbeit aller Beteiligten", die eine Idee der Bürgerschaft umgesetzt hätten. Durch dieses Zusammenspiel sei "Vertrauen in die Nachbarschaft der AEO" gewonnen worden. Auch Regierungspräsidentin Piwernetz lobte die"hervorragende Zusammenarbeit aller Behörden" und den "intensiven Austausch mit der Bamberger Bevölkerung". Zu dem "Erfolgsmodell der AEO" gehöre auch die jüngst von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit der Stadt Bamberg getroffene Vereinbarung, dass die Belegung von 1500 Personen im Normalfall nicht überschritten werden solle.

Die veranschlagten Gesamtkosten für das Tor und den Weg betragen rund 626 000 Euro, von denen der Freistaat Bayern als Anlieger 86 Prozent übernimmt.Für die Stadt Bamberg verbleiben 14 Prozent der Kosten.