Wenn wir weg wollen von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas, müssen wir sie durch den nachwachsenden Rohstoff Holz ersetzen. Für Gerhard Hofmann ist dies eine Möglichkeit, die Energiewende zu unterstützen.

Hofmann ist der Leiter des Forstreviers Wachenroth und hat als solcher eine besondere Beziehung zu Holz und zum Wald - aber nicht nur zum "richtigen" Wald. Besonders angetan hat es dem Forstamtsrat auch die Pappel-Plantage des Horbacher Landwirts Friedrich Derrer. Der war vor einigen Jahren einer der ersten in der Region, der auf einem Feld Pappeln anpflanzte. Inzwischen hat er auch schon Erfahrungen mit der Ernte gesammelt.

Seinen Berufskollegen kann er nur empfehlen, auch in den Holzanbau einzusteigen. Diese Energiewälder - oder im Fachjargon Kurzumtriebsplantagen - werden nach etwa fünf Jahren gefällt und das Holz zu Hackschnitzel verarbeitet.
Die Stämme der Pappeln haben nach vier bis fünf Jahren einen Stammdurchmesser zwischen 8 und 16 Zentimeter. Die abgesägten Pappeln lässt Derrer vor dem Verarbeiten noch ein Jahr trocknen.

Pro Hektar Pappelplantage wachsen im Jahr acht bis zehn Tonnen trockene Holzmasse nach, weiß Förster Hofmann. Als Brennstoff entspricht das etwa 5000 Liter Heizöl. Wird eine Pappelplantage nach fünf Jahren erstmals geerntet, kann diese Ernte dem Brennwert von 25 000 Litern Heizöl gleichgesetzt werden.

Hofmann preist die Vorteile des Holzanbaus: "Wir erzeugen die Energie vor Ort, haben kurze Wege, keine Umweltbelastung und der Pappelanbau wirkt sich im Vergleich zum Ackerbau positiver aus." Landwirt Derrer sieht in seiner Plantage auch ein Paradies für Rehe, Vögel und Hasen. Es müsse keine Chemie eingesetzt werden, die Pappeln holen sich die Nährstoffe aus unteren Bodenschichten und der Humusaufbau profitiert vom abfallenden Laub. "Wir haben damit den gleichen Energieertrag wie bei Weizen oder Mais, und das völlig chemiefrei", sagt Friedrich Derrer.

Für eine Pappelplantage werden von einjährigen Trieben 20 Zentimeter lange Stecklinge abgeschnitten und in den Boden gesteckt. Die daraus wachsenden Pappeln können im Fünf-Jahres-Turnus 30 Jahre lang geerntet werden. Die Kosten für einen Hektar Anlage liegen bei etwa 1500 Euro, schätzt Hofmann. Einmal angelegt braucht die Plantage bis zur Abholzung aber keine Pflege mehr. Wirtschaftlich am besten fährt der Erzeuger, wenn er seine Hackschnitzel selbst verbraucht. Aber auch am freien Markt sind sie gefragt.