Herzstück des kleinen Ortes - und das bestätigt jeder Poppenwinder sofort - ist die Kapelle, die dem heiligen Josef geweiht ist. Ihr Geläute begleitet den Tag. "Heute haben wir ein automatisches Läutwerk. Früher hat die Familie Ziegler immer abends geläutet, bei Todesfällen und an Silvester um Mitternacht", erinnert sich Georg Dellermann, der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft.
Es ist einfach ihre Kapelle, sogar im rechtlichen Sinn, denn sie gehört der Dorfgemeinschaft. Zwar wurde der Ort schon 1303 als Boppenwinden urkundlich erwähnt, aber von einem Gotteshaus ist nirgendwo die Rede. Bis ins vergangene Jahrhundert. Mitten im Dritten Reich, genauer 1936, hatten die Poppenwinder alles beisammen, was man für einen Kirchenbau braucht. Die Steine brach man im Wald Richtung Krausenbechhofen; das Bauholz kam von Verwandten der Familie Thomann aus Reichmannsdorf.