"Das Christkind lädt euch zum Christfest ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein!" Mit diesen Worten begrüßte das Adelsdorfer Christkind Melissa mit seinen sechs Engeln die vielen Besucher, die zur Eröffnung des diesjährigen Weihnachtsmarktes am Samstagabend in den Adelsdorfer Schlosspark gekommen waren. Das Christkind hatte sich extra Zeit genommen, um den Weihnachtsmarkt persönlich zusammen mit Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) zu eröffnen. In einer Kutsche, gelenkt vom Weihnachtsmann, fuhr es abends mit den sechs Engelchen in den Schlosspark ein. In der Schlosskapelle las es später seine selbst geschriebene Weihnachtsgeschichte vor.

Es ist bekannt, dass viele Ausländer zum Nürnberger Christkindlesmarkt kommen. Dass aber auch alle Jahre wieder Italiener aus der Partnergemeinde Uggiate-Trevano extra zum festlichen Markt anreisen, darauf sind die Adelsdorfer besonders stolz.
"Ich hab' schon meinen Adventskranz und einige Weihnachtsgeschenke gekauft", erzählt Lorella Bencastro, die Vorsitzende des "Comitato Gemellaggio" , begeistert dem FT. "Bei uns in Uggiate-Trevano gibt es auch seit einigen Jahren einen kleinen Weihnachtsmarkt. Den haben wir ein bisschen von euch abgeschaut", verrät sie flüsternd. "Aber eurer ist viel schöner, das Ambiente, die Stimmung, einfach alles!", findet sie.

Es duftet verführerisch nach Gebratenem

Ihr Sohn Nicola und dessen Freund Riccardo, beide 13 Jahre alt, strolchen indessen alleine durch den weihnachtlichen Schlosspark, vorbei an den geschmückten Ständen, dem kleinen Karussell und den vielen Buden. Überall duftet es verführerisch nach Gebratenem. Das macht den Jungen die Entscheidung schwer. "Ich will deutsche Bratwürste, die schmecken immer so lecker, denn Pizza esse ich zu Hause genug!", ruft Nicola. Riccardo kann sich kaum zwischen Backers, Flammkuchen und den ungarischen Langos entscheiden.
Weil Glühwein natürlich noch tabu ist, versuchen sie den alkoholfreien Punsch. "Der schmeckt aber auch lecker!", schwärmen sie. In der Schlossscheune lassen sie sich hinter der Fotowand fotografieren und versuchen, in den vielen ausgelegten Büchern in der gemütlichen Leseecke zu lesen. "Wir lernen in der Schule Deutsch und verstehen ein bisschen was", lachen sie und gehen weiter. Unterwegs begegnen sie dem Christkind, und die Engelchen lassen sie gerne in den Süßigkeitenkorb greifen.

Für alle Geschmäcker war etwas geboten. "Später müssen wir unbedingt noch die leckeren Crepes da drüben bei den Pfadfindern probieren!", ruft Nicola seinem Freund zu. Aus den Lautsprechern "rieselt leise der Schnee" und die Stimmung ist wunderbar. "Schade, dass wir morgen die Kinder aus den Kindergärten und die Flötengruppe nicht mehr hören können!", finden die Italiener etwas traurig. "Wir müssen am Sonntag wieder rechtzeitig den langen Heimweg antreten", erklärt Lorella Bencastro, die zum Stand der Adelsdorfer Musikanten eilt. Dort lädt das Partnerschaftskomitee seine Gäste aus Uggiate-Trevano zum Umtrunk ein, und gar mancher gönnt sich noch eine leckere Portion gebratene Champignons.
I
m Schloss kann man sich aufwärmen

Wem es draußen zu kalt wurde, der konnte sich in den Räumen des Schlosses beim Anblick der vielen Kunstwerke und Bilder wieder aufwärmen.

Auch am Sonntag ist der Weihnachtsmarkt gut besucht. Von der Bühne herunter erklingen weihnachtliche Klänge, gespielt vom Posaunenchor Neuhaus, der sich alle Jahre mit den Adelsdorfer Musikanten abwechselt.
Bei all dem festlichen Trubel hatte der Bürgermeister aber nicht vergessen, sich bei einigen wichtigen Akteuren zu bedanken: bei Herrn Harald Türk vom Musik- und Gesangverein für die Beschallung, beim Erbauer der Krippe neben dem Weihnachtsbaum, bei den Mitarbeitern des Technischen Diensts, der Feuerwehr und des BRK. "Alles hat gut geklappt", freut sich Ulla Worrich. Die Organisatorin des Weihnachtsmarkts ist zufrieden, aber auch etwas geschafft.