Wenn in Görlitz die Hosen knapp werden, dann rattern künftig in Höchstadt die Kleiderbügel über die Stange. Im September nimmt der Textilkonzern C&A sein Logistikzentrum in Betrieb. Es wird von Forchheim an die Aisch verlagert, da der Bau dort zu klein geworden ist. Die Hülle der 180 Meter langen und 80 Meter breiten Halle im Höchstadter Gewerbegebiet ist schon seit März fertig. Momentan montieren die Arbeiter das Innenleben: ein dreistöckiges Metallgerüst, an dem später an Schienen hängend die Kleiderbügel befördert werden.

Zur Zeit ist es noch dunkel und kühl in der Halle, in der ab Herbst rund 50 Lagerangestellte T-Shirts, Sakkos, Blusen und Unterhosen verpacken werden. "Es handelt sich nicht um ein Zentrallager, sondern um ein Verteilzentrum", erklärt Stephan von Basum. Der Mann mit Bauhelm und Steppjacke ist bei C&A für die Logistik in Deutschland zuständig. Alles, was in der Halle im Aischgrund ankommt, wird zuvor über das Warenwirtschaftssystem in großen Lagern in Mönchengladbach oder Hamburg bestellt, nach Höchstadt gebracht und von hier aus in die Filialen geliefert.

Insgesamt 500 Geschäfte hat C&A deutschlandweit. Aus Höchstadt werden rund hundert Filialen beliefert. "Alles, was geographisch zwischen Görlitz und Bodensee liegt", sagt Basum während einem Rundgang über das 46 000 Quadratmeter große Gelände.

Platz für weitere Expansion

Das Areal inklusive Gebäude gehört nicht C&A, sondern der Immobiliengruppe VGP, die das Gelände von der Stadt gekauft und die Halle gebaut hat. C&A mietet das Objekt lediglich vom Investor an. Das Logistiksystem im Inneren gehört dem Textilkonzern aber selbst. Der ganze Komplex sei so gebaut, dass er relativ schnell auch wieder abgebaut werden kann, sagt Basum. Das Stahlgerippe der Halle ist lediglich im Boden verschraubt.
Der Mietvertrag gehe zunächst über zehn Jahre. Bedenken, dass C&A weiter zieht, nachdem das VGP-Gebäude abgeschrieben ist und der Bau dann leer steht, zerstreut der Logistiker: "Wir denken länger als zehn Jahre. In Forchheim waren wir seit 1990, also 25 Jahre." Die neue Halle sei groß genug gebaut, um noch ein Viertel mehr Kapazität aufnehmen zu können. Neben der Halle habe man sich zudem eine Optionsfläche für eine Erweiterung gesichert.

Den Standort in Höchstadt mit seiner Nähe zur Transportroute A3 habe man mit Bedacht gewählt, erklärt Basum. In der Logistik setzt die Firma ganz auf das Verkehrsmittel Lkw. "Bahntransport genügt nicht unseren logistischen Ansprüchen", sagt Basum.

In Zukunft werden also etliche Lastwagen mehr die Ausfahrt Höchstadt nehmen. "Natürlich verursachen viele Lkws Krach. Aber wir haben ein hohes Interesse, die Menschen mit unserem Tun nicht zu stören ", sagt Basum. Deshalb habe man sich für den Standort nahe der Autobahn, abseits von Wohngebieten entschieden. Die Lkws werden vor allem in den frühen Morgenstunden und abends fahren. Sie bringen dann Ware, die aus Fernost über den Seeweg nach Rotterdam gekommen ist. Oder sie holen bestellte Ware ab. Etwa wenn in Görlitz die Hosen knapp werden.