Sie singen von Liebe und Schmerz, von der Sonne und davon, dass jedes Abendrot ein Gebet ist. Fast immer von den Bergen ihrer Heimat, die auf der Bühne im Spot-Licht mal Rot, mal Grün leuchten: Die Kastelruther Spatzen, nach ihrem Heimatort benannte siebenköpfige Musikergruppe, die auch gerne die "Könige der Volksmusik" genannt werden.

Der SC Hertha Aisch hatte das Kunststück fertig gebracht, die Südtiroler in den Aischgrund zu holen. "Sehr viel Logistik für den Verein", wie Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) anerkennend feststellte. Anlass war das 85-jährige Jubiläum des Sportclubs.

Das Zweitausend-Mann-Zelt stand nahe beim Sportheim in den Aischwiesen und die Eintrittspreise waren saftig. Dennoch war das Zelt schon am frühen Abend nahezu voll besetzt. Security überall, als gelte es, den Präsidenten der USA zu bewachen und nicht sieben g'standene Mannsbilder in Lederhosen.

Schon als sie die riesige Bühne betraten, brauste Jubel auf. Nicht lange dauerte es, und eine Verehrerin überreichte dem Sänger und Chef Norbert Rier einen Blumenstrauß. Stellt sich die Frage, was die Menschen in Massen an dieser Musik fasziniert. Ist es die Sehnsucht nach einer heilen Welt, der Traum von unberührter Natur und Landschaft? Auch wenn in den Alpen - in Kastelruth samt Seiser Alm sicher nicht anders - längst der Tourismus die Oberhand hat. Wenn die Spatzen ihr "Gloria alla montagna" anstimmen oder vom "Feuer im ewigen Eis" singen, gehen die verzückten Fans begeistert mit.

Gemischte Gefühle beschwört in dieser Umgebung allerdings das Lied "Tränen der Dolomiten" herauf. Im Video mit entsprechenden Szenen hinterlegt, wird darin an die Zeit und die Kämpfe des ersten Weltkriegs erinnert. Norbert Rier (Gesang), Albin Gross (Keyboard), Rüdiger Hemmelmann (Schlagzeug), Karl Heufler (Bass), Kurt Dasser (Gitarre), Valentin Silbernagl (Saxophon) und Walter Mauroner (Trompete) wissen genau, was sie ihrem Publikum schuldig sind.

Lisa Marie, die charmante 22-jährige Sängerin, arbeitet noch fleißig daran, derart populär zu werden. Temperamentvoll und im Outfit ein wenig spanisch angehaucht, bestritt die Röttenbacherin das Vorprogramm. Nach Ende ihres Auftritts mischte sie sich zur Charmeoffensive unters Publikum. Händeschütteln, Umarmungen, Bussis, Fotos und Autogramme machten der gleichermaßen gut aussehenden wie netten Sängerin sichtlich Spaß.