Man hört das Bedauern am anderen Ende der Telefonleitung sehr deutlich. "Wir hätten es echt gerne gemacht", sagt Marianne Zimmermann. Sie ist Vorsitzende des Spielmannszugs der Feuerwehr Höchstadt. Eigentlich wären die Musiker auch heuer wieder durch die Straßen gefahren und hätten die Christbäume der Bürger abgeholt.

Eigentlich. Denn wie so vieles in dieser Zeit fällt auch die Christbaumsammelaktion in diesem Jahr wegen Corona aus. Die Ehrenamtlichen vom Spielmannszug hätten sich schon sehr auf die Sammelaktion gefreut, sagt Zimmermann. Vielleicht noch mehr als in den Vorjahren.

Gesellige Aktion fällt leider aus

Gerade für die Kinder und Jugendlichen wäre es schön gewesen, sich mal wieder zu treffen. Zunächst habe man noch gedacht, es könne stattfinden. Aber nachdem die Pandemieregeln im "Lockdown" dann verschärft wurden, war klar: Das Christbaumabholen wird dieses Mal ausfallen.

Rund 50 Personen des Vereins beteiligen sich normalerweise und fahren auf fünf bis sechs Traktor-Gespannen und noch einmal vier bis fünf Autos mit Anhänger durch die Straßen, um die ausgedienten Christbäume der Bürger einzusammeln. Zwischen 1500 und 2000 Bäume kommen da zusammen.

Nächstes Jahr stehe der Spielmannszug aber gerne wieder bereit, um im Stadtgebiet Höchstadt und Etzelskirchen die Christbäume abzuholen.

Der Spielmannszug betont, dass alle, die bereits im Vorfeld den Unkostenbeitrag überwiesen haben, ihr Geld selbstverständlich zurückbekommen. Dafür können die betroffenen Personen sich mit einer E-Mail unter spielmannszug.hös@gmx.de oder unter Telefon 09193-3780 melden, um die Rücküberweisung zu veranlassen.

Heuer hätte der Spielmannszug den ehrenamtlichen Service im elften Jahr organisiert. "Es tut uns wirklich leid, aber dieses Mal müssen die Leute sich selber drum kümmern", so Zimmermann. Das heißt: Ab auf die Kompostanlage in Medbach.

In Adelsdorf wird gesammelt

In Adelsdorf soll anders als in Höchstadt am Samstag, ab 7.30 Uhr, die Christbaumsammelaktion stattfinden. Das teilt Nico Kauper von der Jungen Union Adelsdorf (JU) mit, die die Organisation seit über 30 Jahren übernimmt. Auch die JU habe bis vergangene Woche noch geplant, die Aktion aufgrund der verschärften Regeln im "Lockdown" abzusagen. Schon im Dezember habe sich das abgezeichnet. Immerhin handle es sich ja nicht um einen "triftigen Grund" und auch die Personenanzahl in der Öffentlichkeit wäre mit 25 Helfern auf vier Traktor-Gespannen und in einem Lieferwagen überschritten. Deshalb habe man bei der JU eigentlich entschieden, dass man es als Verein nicht durchführen könne, sagt Kauper.

Von der Gemeinde Adelsdorf sei dann aber der Vorschlag gekommen, dass diese die JU für diesen einzelnen Tag mit der Entsorgung der Christbäume beauftragen könnte. Und so werde es nun gemacht. Die JU handelt im kommunalen Spezialauftrag, quasi als Angestellte, womit man rechtlich auf der sicheren Seite sei, so Kauper. Das habe der Justiziar der JU geprüft und bestätigt.

Strenges Hygienekonzept gilt

Aber nicht nur juristisch wolle man auf der sicheren Seite sein, auch was das Ansteckungsrisiko angeht. Man werde nicht leichtsinnig sein. Es gebe selbstverständlich ein Hygienekonzept, sagt Kauper. So gelte Maskenpflicht, Abstände würden eingehalten, auf ein geselliges Helferessen werde verzichtet, ebenso aufs Klingeln an Haustüren, falls keine Spende am Baum hängt. Die JU verweist auch auf das Spendenkonto, auf das die Bürger ihren Beitrag überweisen können (IBAN: DE147635 0000 0060116563 bei der Sparkasse). Der Erlös soll jeweils zur Hälfte der Kita Kunterbunt, die unter einem Wasserschaden leidet, und der Mittagsbetreuung Logo der Schule zukommen.

TTC sammelt in V'Greuth

Den gleichen Weg wie in Adelsdorf geht die Gemeinde Vestenbergsgreuth. Sie hat den Tischtennisclub Kienfeld (TTC) offiziell mit der Christbaumsammlung beauftragt, natürlich unter Einhaltung strenger Corona-Auflagen wie Abstandhalten und Maskenpflicht, wie TTC-Vorsitzender Paul Frömel betont. Am Samstag, ab 9 Uhr, fahren zwei Trupps mit jeweils zwei Personen durch Vestenbergsgreuth und laden die ausgedienten Christbäume auf.

Seit acht Jahren übernimmt der TTC die Aufgabe. 60 bis 80 Bäume kommen in etwa zusammen. Die Spenden, die die Bürger an die Bäume hängen sollen, gehen in diesem Jahr an den Lebensmittelpunkt Höchstadt.