Was ist denn das? Beim Anblick des kleinen rechteckigen Korbs, den ein malerisch gekleidetes Paar am Handwerkermarkt erstanden hatte, drängte sich die Frage unwillkürlich auf. Das geflochtene Weidenteil mit "Guckloch" ähnelte sehr einem Vogelhäuschen auf vier Beinen. Weit gefehlt: Es handelte sich um die schöne "Einhausung" für die großen Tetra-Packs, in denen üblicherweise frisch gepresster Apfelmost angeboten wird. Was wiederum beweist, dass das immer schon kreative Handwerk gerne neue Ideen aufgreift.

Vielfältiger Handwerkermarkt

Der Sonntag des Altstadtfestes war ein richtiger Familientag. Der Handwerkermarkt erwies sich als Publikumsmagnet. Zu verlockend war das Angebot: Insbesondere die Damen konnten dem herrlich individuellen Schmuck aus Halbedelsteinen und Mineralien kaum widerstehen. Ein Blickfang waren auch die Gartendekorationen, die je nach Geschmack in stählern modern oder nostalgisch rostig angeboten wurden.

Ein Drechsler hätte sein Handwerk gerne "live" vorgeführt. Leider fehlte der Strom für den Antrieb. Den hatte offensichtlich eine Höchstadterin, die mit modernen Maschinen erste Einblicke ins Nähen vermittelte. Ein von Hand geschmiedetes Hufeisen mit dem Namen eines geliebten Menschen bot der Schmied am Handwerkermarkt an. Trotz der Hitze am offenen Feuer fand er viel Aufmerksamkeit. Seinen Hammer konnte er zu den Klängen von Emmi Weiß und ihren "Aurach-Spatzen" schwingen. Die Musiker hatten sich im Schatten des Rathauses niedergelassen. Überhaupt waren schattige Plätze sehr gefragt.

Geschäfte gingen gut

Beim Kinderflohmarkt hatten die Anbieter an der Rückseite des Kommunbrauhauses auf jeden Fall einen Standortvorteil. Verkauft wurden aussortierte Sachen und alles, dem der Nachwuchs "entwachsen" war. Spielsachen jeder Art, Kleidung, Brettspiele, Bücher, Tretroller, ja sogar Bullerwagen gab es günstig zu erwerben. Vor allem Omas und Opas gaben bei den Preisen den Wünschen ihrer Enkel gerne nach. Die Verkäufer berichteten denn auch einhellig über "gute Geschäfte".

Währenddessen lief im "Engelgarten" das Kinderprogramm. Stockbrot am offenen Feuer, Schminken, ein Stand mit Süßigkeiten und die geliebten Riesen-Plastikbälle hielten den Nachwuchs bei Laune. Und bei den Höchstadter Musketieren stellte sich die Frage, wer mehr Spaß hatte - die Eltern oder die Kleinen. Eine Disziplin war das Bogenschießen auf eine umkippende Wildsau. Bei dem Wurfspiel - Plüschmäuse auf Mausefallen - sollten Tierschützer lieber mal ein Auge zudrücken. Doch es gingen nicht allzu viele Nager in die Falle.

Ladys eine Augenweide

Im Schlosshof waren zur gleichen Zeit Cowboyhüte und -stiefel das beherrschende Element. Ladys in weit schwingenden Röcken samt typischem Schmuck und Fächern (gegen die Hitze) waren eine Augenweide. "Loose Moose", die Country- und Westernband aus Franken, hatte ihre treue Fangemeinde um sich versammelt. Schon bei den ersten Klängen hielt es die "Line Dancer" nicht mehr auf ihren Plätzen.