Der Eigentümer des benachbarten Waldes traute seinen Augen nicht, als er dieser Tage auf einem Weg in der Schwarzenbacher Flur eine Ladung ausrangierter Eternitplatten entdeckte. Der Faserzement gilt als "gefährlicher Abfall", weil das Material Asbestfasern enthält, die frei werden, wenn es bearbeitet wird.

Jetzt sucht die Polizei den Umweltverschmutzer, der seine Dacheindeckung am Waldrand südlich des Höchstadter Ortsteils illegal entsorgt hat. Für ihn kann diese Aktion teuer werden.

"Es ist keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat", sagt Hans Leuchs, Sachgebietsleiter Umweltschutz am Landratsamt Erlangen-Höchstadt. Der asbesthaltigen Faserzement muss besonders behandelt werden.


Nicht wieder verwenden

Es gebe zwar keine Vorschrift, die Hauseigentümer zwingt, solche Platten auszubauen, aber es gilt ein absolutes Verwendungsverbot.
Wer asbesthaltige Eternitplatten irgendwo abmontiert, darf sie nicht neu verbauen, sondern muss sie fachgerecht entsorgen. Man dürfe also nicht die Platten vom Garagendach für einen kleinen Holzschuppen wieder verwenden, sagt Leuchs.

Wie die fachgerechte Entsorgung dieses gefährlichen Abfalls aussieht, ist genau geregelt. Die Faserzementplatten müssen luftdicht verpackt auf den Wertstoffhöfen in Medbach oder Herzogenaurach angeliefert werden, sagt Silke Knörlein, Geschäftsführerin des Abfall-Zweckverbandes für Stadt und Landkreis Erlangen.

Wer Eternitplatten entsorgen möchte, kann sich auf den Anlagen des Zweckverbands so genannte Big Packs kaufen. In die muss das Material dann verpackt und angeliefert werden. Selbst kleinere Teile Faserzement müssen luftdicht eingepackt sein, bevor sie transportiert werden. An Gebühren für die Abgabe des gefährlichen Abfalls werden bei einer Menge bis 50 Kilogramm fünf Euro fällig. Die Abgabe einer Tonne kostet 120 Euro.


In Herzogenaurach eingebaut

Auf den Wertstoffhöfen im Landkreis abgegebener Faserzement wird dann auf die Mülldeponie nach Herzogenaurach gebracht und dort eingebaut, erklärt Geschäftsführerin Knörlein. Hausmüll darf übrigens schon seit Jahren nicht mehr auf Mülldeponien vergraben werden. Von dem jetzt in Herzogenaurach eingelagerten Material sind 95 Prozent mit Asbest belastet.

Wer gewerblich mit alten Faserzementplatten zu tun hat, muss sich an strenge Auflagen halten. "Bei uns wird mit Schutzanzügen und Masken gearbeitet", sagt Alfred Leicht, Seniorchef der Zimmerei Leicht.

Die Zimmerleute bauen solche Platten ab, packen sie ein, lassen das Material abholen und bekommen vom Abholer einen Entsorgungsnachweis. Nach Vorgaben der Berufsgenossenschaft muss sogar speziell geschultes Personal dabei sein. Die Zimmerei Leicht hat dafür Mitarbeiter extra auf Lehrgänge geschickt.