Am 23. Januar kann in Höchstadt Alfred Wachs seinen 90. Geburtstag feiern.Wachs lebt immer noch in dem Haus in Höchstadt in der Dr.-Schmitt-Straße, das er gemeinsam mit seiner Frau im Jahr 1953 gebaut hat und versorgt sich trotz seines hohen Alters noch selbst. Der rüstige Rentner pflegt auch den Garten auf dem Grundstück wie selbstverständlich allein.

Aus der am 29. Mai 1950 geschlossenen Ehe mit Anni Jungkunz gingen zwei Kinder hervor, inzwischen kann er sich über fünf Enkel und drei Urenkel freuen. Die Geburt des vierten steht kurz bevor.

Er kennt den Landkreis durch und durch

Durch seine beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten kennt er den Landkreis wie vermutlich kaum ein anderer. Allerdings war ihm das nicht in die Wiege gelegt, denn er wurde am 23. Januar 1924 in Wendisch-Pribbernow, Kreis Greifenberg/Pommern, als Sohn der Landwirtseheleute Robert und Ida Wachs geboren. Nach Volksschule, Lehre in der Landwirtschaft auf dem Gutsbetrieb Scheer in Völschenhagen und dem Abschluss der praktischen Ausbildung besuchte er die landwirtschaftliche Fachschule in Treptow/Rega.

Zur Wehrmacht eingezogen wurde er am 10. Dezember 1942 und erlitt eine schwere Verwundung am 13. Juli 1943 an der Ostfront. Nach der Entlassung aus dem Lazarett war der Gefreite beim Generalstab von Generalfeldmarschall Walter Model eingesetzt.

Eltern kamen auf der Flucht um

Nach der amerikanischen und französischen Kriegsgefangenschaft im April 1945 arbeitete er wieder in der Landwirtschaft. Zunächst in Borgdorf als Verwalter eines 220 Hektar-Betriebes. Da seine Eltern auf der Flucht aus Pommern umgekommen waren, zog er zu seinem Bruder in die Gegend von Bayreuth. Dort arbeitete er zunächst beim Ernährungsamt Bayreuth und erhielt mit viel Glück eine Anstellung beim Landwirtschaftsamt in Höchstadt an der Aisch. Ab 1. April 1948 arbeitete er als Beratungstechniker des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten beim Landwirtschaftsamt Höchstadt an der Aisch. Ab 1960 war Wachs als landwirtschaftlicher Fachberater im Landkreis Höchstadt an der Aisch tätig.

Beim Aussiedeln der Höfe beraten

Mit der Gebietsreform kam auch der ehemalige Landkreis Erlangen dazu. In dieser Stellung beriet er unter anderem die landwirtschaftlichen Betriebe, die mit ihren Höfen aussiedelten. "Namen wie Bucher, Hußenether, Kerler etcetera fallen mir spontan ein", sagt er, als er auf diesen Bereich angesprochen wird. Bei zahlreichen Flurbereinigungsverfahren wirkte er als Vermittler. Am Anfang seiner Tätigkeit hatte er für den Außendienst ein Motorrad zur Verfügung. Einen guten Kontakt pflegte er mit dem damaligen Landrat Valentin Fröhlich. In Pension ging er zum 1. Mai 1981, im Oktober desselben Jahres wurde das Landwirtschaftsamt Höchstadt wieder selbstständig.

Ermöglicht wurden ihm seine Arbeit und seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten durch die Unterstützung in der Familie. Dabei konnte er sich stets auf den Rückhalt in der Familie durch seine Frau, die inzwischen verstorben ist, und seine Schwiegermutter verlassen.

Von den vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten soll nur ein kleiner Teil angeführt werden. Diese begannen bereits 1952 mit der Gründung der Landjugendgruppen im Landkreis Höchstadt an der Aisch. Da er von 1979 bis 1998 Stellvertretender Bezirksvorsitzender in Mittelfranken im Verband für Gartenbau und Landespflege wirkte, war er erst vor Kurzem bei einer Versammlung in Burgfarrnbach.

Von 1972 bis 1990 brachte er seine Fachkenntnis im Stadtrat der Stadt Höchstadt an der Aisch ein, von 1978 bis 1990 amtierte er als Dritter Bürgermeister. Im den Kreisrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt wurde er von 1978 bis 2002 gewählt. 42 Jahre war er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Höchstadt/Aisch. Als ehrenamtlicher Richter beim Verwaltungsgericht Ansbach setzte er sich von 1987 bis 1992 ein. Für diese Tätigkeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen (siehe Aufstellung).


Eine Auswahl der Auszeichnungen Wachs':


1975 Goldene Rose vom Landesverband für Gartenbau und Landespflege.

1983 Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

1986 Umweltmedaille des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen. Einziger Träger im Landkreis Erlangen-Höchstadt.

1989 Staatsmedaille vom Bayerischen Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Anerkennung der Verdienste um den bayerischen Gartenbau.

1989 Silberne Ehrennadel des Bayerischen Raiffeisenverbandes. Ehrenmitgliedschaft des Aufsichtsrates der Raiffeisenbank Höchstadt/Aisch eG.

1990 Ehrenbürger der Stadt Höchstadt an der Aisch nach einstimmigem Beschluss.

2000 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

2003 kommunale Verdienstmedaille in Bronze durch den Bayerischen Staatsminister des Innern.