Friedhöfe sind eigentlich Orte der Ruhe, der Besinnlichkeit und der Würde. Der städtische Friedhof an der Bamberger Straße in Höchstadt ist dies nicht immer. Wenn Angehörige hinter Grabsteinen oder an Heckenrändern Hinterlassenschaften finden, die eindeutig von Menschen stammen, ist es mit der Ruhe vorbei.

Nachdem sie nicht nur hinter dem Grabstein ihres Mannes schon mehrmals mit Papiertaschentüchern garnierte, stinkende Häufchen entdeckt hatte, meldete sich Elisabeth Johna in der Bürgerfragestunde einer Stadtratssitzung und sprach deutliche Worte.

Schon seit zwei Jahren macht sie immer wieder mal auf dem Friedhof solche Entdeckungen. Der letzte Vorfall sei in der vergangenen Woche beim Heckenschneiden zu Tage getreten, berichtete sie dem FT. Ihr Kommentar: "einfach pietätlos."

Das Ordnungsamt im Rathaus hat inzwischen reagiert und klärt auf der Titelseite des jüngsten Amtsblatts der Stadt "aus gegebenem Anlass" über das "Verhalten auf Friedhöfen" auf.

Laut Friedhofs- und Bestattungssatzung "hat sich jeder Besucher auf den Friedhöfen der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten. Insbesondere sei es nicht gestattet, die Einrichtungen und Anlagen zu verunreinigen, Einfriedungen und Hecken zu übersteigen und Grabstätten zu betreten." Die Verwaltung weist darauf hin, dass "zur Verrichtung menschlicher Notdurft ausschließlich die Toilettenanlagen auf dem Friedhof zu verwenden sind".

Diese sind werktags allerdings nur von 7 bis 16 Uhr geöffnet und bleiben an den Wochenenden ganz geschlossen. Wie der FT in Erfahrung brachte, sind die Toiletten nicht rund um die Uhr offen, weil man auch hier Angst vor Schandtaten durch Vandalen hat.

Fäkalien sind nicht das einzige Ärgernis. Bestattungsunternehmer Johannes Riegler bekommt auch immer wieder mit, dass Diebe auf dem Friedhof aktiv sind. "Grableuchten werden ebenso gestohlen wie Weihwasserkessel", sagt der Unternehmer, der auch im Stadtrat sitzt und hier den Friedhof aus Sicht des Trägers sieht. An der Tagesordnung sei es auch, dass Grabpflanzen herausgerissen und gestohlen werden.

Über die Tatzeiten dieser Aktionen kann nur spekuliert werden. Im Gegensatz zu den Toiletten ist das Tor des Friedhofs rund um die Uhr geöffnet.