Ende November startete die ARD ihre Themenwoche "Was ist Glück?". Auch das Kultusministerium hatte in diesem Zusammenhang Materialien für Schulen im Internet bereitgestellt und dazu aufgerufen, dieses Thema in Projekten zu verwirklichen.

Die erste Klasse der Grundschule Adelsdorf - eine Ganztagsklasse - hat mit Heike de Witt-Groppe und Dorte Paulsen - beide betreuen die Kinder in der Mittagszeit - das Thema aufgegriffen und sich an der "Aktion Schulstunde" anlässlich der ARD-Themenwoche beteiligt. Sie haben kleine Handschmeichler samt Aufbewahrung gebastelt. Als selbst bereitetes "Glück" haben die Schülerinnen und Schüler ihre Geschenke am vergangenen Mittwoch in der Krebsstation der Erlanger Kinderklinik abgeliefert.

Viele Schmunzelsteine

"Wir haben den Kindern die Geschichte vom Schmunzelstein vorgelesen", berichtet Heike de Witt-Groppe dem FT.
"Und dann haben wir gedacht, dass wir auch jemanden fröhlich machen könnten", erklärt eine der kleinen Erstklässlerinnen.

Die Kinder überlegten zusammen mit ihren Betreuerinnen, wem man Glück bringen und wie es aussehen könnte. Bald einigten sich alle auf die Krebsstation der Kinderklinik in Erlangen. "Denen geht es doch so schlecht. Und da könnten wir ihnen doch ein bisschen Glück bringen, dass sie bald wieder gesund werden", erzählt eine andere kleine Dame in eigenen Worten von den Überlegungen.

Da die Geschichte vom Glücksstein noch allen im Gedächtnis war, formten die Kinder aus Ton einen kleinen Glücksstein und malten darauf nach dem Brennen ein lachendes Gesicht.

Das war aber nicht alles. Jedes der 27 Kinder bastelte noch einen Brustbeutel. Sie nähten die Teile selbst zusammen und auch die Kordel drehten sie selbst. Zuletzt gestalteten sie noch ein großes Poster mit lauter Kleeblättern darauf, entstanden aus den Fingerabdrücken der Kinder. "Kleeblätter bringen doch Glück!", wird der FT belehrt.

Direkter Kontakt war leider nicht möglich

Am vergangenen Mittwoch machten sich die 27 Schüler zusammen mit ihren Betreuerinnen auf den Weg nach Erlangen zur Kinderklinik. "Schade, dass wir die kranken Kinder nicht sehen konnten", beschwerte sich ein Junge. "Aber die sind doch so krank, dass da niemand nahe hingehen kann, sonst werden sie noch kränker", belehrte ihn sein Nachbar. Für diesen Einsatz bekamen die Schüler eine Urkunde der Projektleitung von "Aktion Schulstunde".

Die Geschenke sind angekommen bei den Adressaten, auch wenn die Adelsdorfer Schüler keinen Kontakt haben durften zu den kranken Altersgenossen. Aber alle Beteiligten können die schöne Erfahrung machen: Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.