Bereits seit längerem gab es an der Volksschule Adelsdorf die Möglichkeit, Schüler nach dem Unterricht in offenen Ganztagsklassen (OGTS) ab der fünften Klasse zu betreuen. Bisher war diese Form der Betreuung in der Grundschule nicht möglich.
An ausgewählten Grundschulen wird aber im laufenden Schuljahr 2016/2017 die Angebotsform offene Ganztagsklasse erprobt, und sukzessive sollen weitere Schulen die Möglichkeit bekommen, diese einzuführen. An einer Schule können jedoch entweder Gruppen für die Mittagsbetreuung oder offene Ganztagsklassen beantragt werden. Beide Formen dürfen nicht parallel angeboten werden. Die gebundenen Ganztagsklassen mit stundenplanmäßigem Nachmittagsunterricht sind davon nicht betroffen.
Die OGTS schließt direkt an den stundenplanmäßigen Klassenunterricht an und bietet in klassen- oder jahrgangsübergreifenden Gruppen neben einer verlässlichen Hausaufgabenbetreuung eine Vielzahl an musischen, kreativen und sportlichen Freizeitangeboten.


Kostenlos bis 16 Uhr

Monika Grimm, zurzeit noch Leiterin der Nachmittagsbetreuung "Logo", erläuterte den Adelsdorfer Gemeinderäten in deren Sitzung am Mittwochabend das Projekt: "Die Betreuung der Schüler an vier Wochentagen (Montag bis Donnerstag) bis 16 Uhr ist für Eltern kostenfrei. Nur die Zusatzbuchungen müssen bezahlt werden und das sind der Frühdienst von 7 bis 8 Uhr, der Spätdienst von 14 bis 17 Uhr, die Ferienbetreuung und der Freitagnachmittag." Diese Zusatzangebote seien nicht durch die Staatszuschüsse gedeckt.
Die Mindestgröße einer Gruppe sowie die Gebühren für jedes Angebot müssten noch kalkuliert und dann festgelegt werden. Nach den aktuellen Anmeldezahlen in der gegenwärtigen Mittagsbetreuung ist von vier bis fünf OGTS-Klassen/Gruppen auszugehen und die Gemeinde müsste zwischen 22 000 Euro und 27 500 Euro Mitfinanzierung an den Staat leisten. Man gehe davon aus, dass die Kosten für die OGTS gegenüber der Mittagsbetreuung gleich bleiben. Es gibt kein verpflichtendes Mittagessen, aber der Schüler kann dies täglich für einen Betrag von 3,35 Euro einnehmen. Ein möglichst gesundes Lunchpaket sei aber Pflicht. Die entfallenen Zuschüsse für die Mittagsbetreuung und Elternbeiträge in Höhe von rund 94 500 Euro werden durch die Zuschüsse von 97 800 Euro gedeckt.
Rektorin Sieglinde Gröger wandte sich vor dem Beschluss an die Gemeinderäte: "Im Moment haben wir hier schon ein sehr schönes Angebot mit der gebundenen Ganztagsschule auf der einen Seite und eine sehr guten Mittagsbetreuung, die hohen Qualitätsstandards entspricht, auf der anderen Seite. Bei genauerer Analyse fällt der Vorteil der OGTS im Vergleich zur Mittagsbetreuung sofort ins Auge, denn durch die hohe staatliche Förderung ist es möglich, offene Ganztagsangebote an vier Tagen bis 16 Uhr grundsätzlich kostenfrei anzubieten - ein attraktives Angebot für die Eltern."
Der Gemeinderat fasste einstimmig den Beschluss, zum Schuljahr 2017/18 offene Ganztagsklassen bei der Regierung zu beantragen unter der Voraussetzung, dass sich die Eltern bei der Abfrage für diese Betreuungsform anstatt der bisherigen Mittagsbetreuung aussprechen. Nun heißt es, Nägel mit Köpfen zu machen, denn der Antrag für die OGTS muss am 3. Mai bei der Regierung von Mittelfranken und zwei Wochen davor am Schulamt eingegangen sein.
Bereits am gestrigen Donnerstag wurde das Konzept der OGTS bei einem Elternabend den Erziehungsberechtigten vorgestellt, denn diese müssen ihre Kinder speziell dafür anmelden. Auch bei der Schuleinschreibung am 16. März können die Eltern ihre künftigen Erstklässler für die OGTS einschreiben.