Genau vor zwei Jahren ist das Beratungsunternehmen Inoba von Aisch nach Adelsdorf in die ehemaligen Räume der Firma Hörrlein umgezogen. Familie Hörrlein hatte der Firma das Anwesen verkauft.

Was machen die überhaupt?

Seitdem ist das Interesse an dieser kleinen Firma sprunghaft angestiegen. "Wer ist das? Was steckt hinter dem Namen? Was machen die überhaupt? Diese Fragen stellten sich interessierte Adelsdorfer immer häufiger.
Der FT wurde neugierig und besuchte Roland Völlner und Franz Jungkunz in der Bahnhofstraße 23 und machte sich vor Ort im Gespräch ein Bild von diesem interessanten Unternehmen.

"Die Aufgabenschwerpunkte unseres Unternehmens liegen in der Optimierung betriebswirtschaftlicher Prozesse in engem Zusammenspiel mit der Beratung und der Entwicklung von Erweiterungen und komplexen Lösungen in und um SAP", erklären die beiden
geschäftsführenden Gesellschafter Roland Völlner und Franz Jungkunz die Arbeit ihres Unternehmens.

Damals noch etwas Neues

"Wir kennen uns schon ganz lange aus Rotkreuz-Zeiten", erklärt Roland Völlner. Sein gleichberechtigter Partner Franz Jungkunz war einmal Lehrer an Volksschulen, wechselte dann aus privaten Gründen zur Ina und jobbte anfänglich in der Dreherei. "1984 wurde ich dann in die zentrale EDV eingearbeitet und kam dann zwei Jahre später zur Softwareentwicklung und Beratung für dezentrale Datenbanksysteme, einem damals noch sehr jungen PC-Thema."

Roland Völlner war Datenverarbeitungskaufmann - heute würde man es Fachinformatiker nennen - und arbeitete seit 1983 in der Softwareentwicklung speziell für Großrechnersysteme ebenfalls bei Ina. Drei Jahre später wechselte er zu der Unternehmensberatung GMO, und arbeitete seit 1990 mit SAP®, wurde so mit deren Lösungen vertraut. 1995 bis 1998 war er als Freiberufler unterwegs - hauptsächlich im Hause SAP.

Selbstständigkeit gewagt

Er hatte damit den Schritt in die Selbstständigkeit im Bereich Entwicklung und Beratung gewagt. "Im Jahr 1998 haben wir uns dann zusammengetan. Franz hat als zweite tragende Säule die Produkt- und Prozessberatung aufgebaut und unsere Firma ist langsam aber stetig gewachsen", erzählt Völlner nicht ohne Stolz.
"Bei Ina beschäftigte ich mich mit dem Workflow, das heißt, mit dem Arbeitsablauf und der Prozessberatung und mit der ersten Archivierung von großformatigen Dokumenten in elektronischer Form. Dabei arbeitete ich auch im Bereich Qualitätsmanagement ISO 9000 für die COI, ein Softwareunternehmen der Ina, und war dort für die Beratung von Großkunden in der Projekt-, Workflow- und Prozessberatung verantwortlich", so Franz Jungkunz.

Was heißt aber nun Inoba? "Inoba ist eine Beratungsstelle für innovative Betriebsorganisation und Anwendungssysteme mbH", erklärt Jungkunz. "Mit der Namensgebung haben wir uns echt schwer getan", erzählt Roland Völlner.

Zielgruppen dieses Beratungshauses sind alle großen Unternehmen, die vorwiegend mit SAP® ihre komplette Unternehmenssteuerung und -kontrolle durchführen. "Heute werden wir über Mundreklame weiter empfohlen. Wer zufrieden ist, bleibt uns treu und empfiehlt uns weiter", so Jungkunz. Im Jahr 2004 sei die Firma Siemens auf seine Firma zugekommen. "Sie wusste, dass wir sowohl in SAP - als auch in Non-SAP-Themen wie Archiv und Texterkennung erfahren sind und wollte ihren Papierprozess zum Rechnungseingang digitalisieren", berichtet er. Dies bedeute eine Beschleunigung vieler betriebswirtschaftlicher Prozesse.

Alles, was im Betrieb als Papier kursiert, wird digitalisiert. Sogar Unterschriften geschehen elektronisch. Die Transparenz ist wesentlich höher, die Abläufe werden schneller und flexibler und alles ist besser einsehbar. Jungkunz: "Die mit uns automatisierte Bearbeitung der Eingangsrechnungen ist heute "best practice", also die beste Lösung." Nicht nur bei Siemens. Was noch von Vorteil ist: Der Prozess funktioniert weltweit. Irgendwo auf der Welt sitzt zum Beispiel ein Rechnungsprüfer und erhält entscheidende Information ohne Wartezeit und muss dafür nicht mehr zwingend lokal vor Ort in der Firma sein.

Namhafte Kunden

Kunden von Inoba sind Siemens, BASF, E-on, Bombardier, C&A, SPX Cooling, Rohde & Schwarz und viele mehr. Alle haben Software von SAP® in verschiedenen Ausprägungen. "Wir helfen ihnen, die für sie relevanten Lösungen zu finden, damit sie allen Anforderungen noch besser gerecht werden können. Dabei kommen neben Partnerlösungen, wie zum Beispiel der Process Director der ReadSoft AG, inzwischen auch verstärkt unsere eigene Produkte, zum Beispiel CeDaS Masterdata, im Umfeld Datenqualität und Stammdatenverwaltung zum Einsatz, da diese eine zentrale Bedeutung für die Optimierung haben", berichtet Jungkunz.

Gearbeitet wird heute häufig im Adelsdorfer Büro, denn zu allen Kunden besteht eine gesicherte Verbindung über Netzwerk (Darstellen und Steuern von Systemen auf entfernten Rechnern). Damit konnte das Team von Inoba auch Projekte bereits in Luxemburg, England, Österreich, Italien Dänemark und sogar Südafrika abwickeln, die neben kurzen Terminen vor Ort ansonsten komplett von Adelsdorf aus umgesetzt wurden. "Bei SAP Projekten erwarten die Kunden eher, dass wir sie in ihren Lokationen besuchen", ist von Roland Völlner zu erfahren.

Die Firma wird von den beiden Chefs geführt. Hinzu kommen die Assistentin Sabrina Wartensleben und sieben weitere Angestellte sowie einige freie Mitarbeiter. Das ist das ganze Team. "Ich bin erst seit 1. Juni hier und habe es super getroffen", schwärmt Wartensleben. Die junge Frau erzählt, sie fühle sich wie in einer Familie. "Dieser Job ist genau der richtige für mich", fährt sie strahlend fort. "Alle ziehen hier am gleichen Strang. Für das Mitarbeitergespräch haben sich meine beiden Chefs viel Zeit genommen. Das erlebt man selten!"

Völlner und Jungkunz sind sich einig, dass die Arbeit auch Spaß machen muss. "Und das tut's", hören wir von
der Assistentin.

Sicher gab es auch harte Phasen, und die Entscheidung zur Selbstständigkeit fiel beiden Chefs damals nicht leicht. "Man muss aber fest an eine Idee glauben, sich gegenseitig hochziehen", beschreibt Jungkunz ihre Motivation. Bei Inoba ist jede Arbeitskraft gleich wichtig und es herrscht ein hervorragendes Arbeitsklima. "Leider ist der Markt an geeigneten Fachkräften ziemlich leer. Wir haben Fachkräftemangel im SAP-Bereich", erklärt Völlner etwas betrübt.

Fachkräfte gesucht

Natürlich ist der Standort Adelsdorf nicht vergleichbar mit München oder Frankfurt, ist aber von der Lebensqualität her gesehen doch sehr gut aufgestellt. "Um unseren Wachstumskurs fortzusetzen, suchen wir noch Softwareentwickler für SAP, um unser Team in der Produktentwicklung sowie bei Kunden- und Supportprojekten zu verstärken, und geben auch Berufseinsteigern mit Programmierkenntnissen eine Chance, von unseren nunmehr 30 Jahren IT-Erfahrungen zu profitieren", erklärt Jungkunz.

Dieses Jahr feiert das Unternehmen bereits sein 15-jähriges Bestehen.