Eine Entscheidung darüber, ob der Landkreis Erlangen-Höchstadt dem Zweckverband für eine Stadt-Umland-Bahn beitritt, wird es vorerst vermutlich nicht geben.

Am Donnerstagnachmittag beschloss die Kreistagsfraktion der Freien Wähler einstimmig, am Freitag um 7.45 Uhr Landrat Alexander Tritthart (CSU) über 5000 Unterschriften von Kreisbürgern auszuhändigen, die sich bei einer von den Freien Wählern initiierten Umfrage gegen eine Stadt-Umland-Bahn ausgesprochen hatten. Die Unterzeichner dieses Bürgerbegehrens fordern in Sachen StUB ein Mitspracherecht der Bevölkerung.

Mit 5000 gültigen Unterschriften aus diesem Begehren wären die Voraussetzungen für einen Bürgerentscheid gegeben. "Wir wollen, dass der Bürger über eine Stadt-Umland-Bahn im Landkreis entscheidet", betonte der stellvertretende FW-Fraktionsvorsitzende und Adelsdorfer Bürgermeister Karsten Fischkal noch einmal.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens wollen verhindern, dass der Landkreis jetzt schon einem Zweckverband StUB beitritt. Sie sind zuversichtlich, dieses Ziel nun erreicht zu haben. "Ein Beitritt würde uns unter Umständen viel Geld kosten", fürchten Fischkal und seine Mitstreiter.

Verträge wären unterschriftsreif

Die Stadträte von Nürnberg und Erlangen - diese beiden Städte wären neben dem Landkreis an der StUB beteiligt - hatten bereits der Gründung eines Zweckverbands zugestimmt. Dieser Verband hätte dann die weitere Planung, Bau und Betrieb der Bahn übernehmen sollen. Die Planung sieht eine Bahn von Nürnberg nach Erlangen vor. Von Erlangen würde ein Ast nach Herzogenaurach und ein zweiter nach Uttenreuth führen.

Mit einer Mehrheit im Kreistag hätte in der Sitzung am Freitag um 9 Uhr der Zweckverband besiegelt werden sollen. Im Kreisausschuss am vergangenen Montag hatte sich dafür bereits eine Mehrheit abgezeichnet. Unterschriftsreife Vereinbarungen liegen auf dem Tisch.

Im Landratsamt in Erlangen wartet man die Übergabe der Unterschriften ab. Dann soll geprüft werden, ob dadurch eine Sperrwirkung eintritt. Der Kreistag müsste anschließend die aufschiebende Wirkung der geplanten Entscheidungen zur StUB feststellen.

"Wir haben die Bürger gefragt und die sagen ja, wir möchten entscheiden", stellt der Adelsdorfer Bürgermeister fest. Jetzt könne sich der Bürger in aller Ruhe eine Meinung bilden, ob er die StUB will oder nicht. "Dann werden wir uns dem Votum des Bürgers beugen", versichert Fischkal.