Anfang der 60er-Jahre führte eine Schotterstraße von Fornbach nach Weißenbrunn. Erst nach mehr als der Hälfte der Strecke, am Beginn der Weißenbrunner Flur, begann die Asphaltschicht. Der Wunsch der Bürger, auch den Rest auszubauen, blieb lange unerhört. Dann kam die Schulreform und der nötige Busverkehr für die Kinder. "Plötzlich war Geld da und die Straße wurde gebaut", erinnert sich Heinz Müller aus Fornbach. Inzwischen ist die alte Straße in einem erbärmlichen Zustand. Am Mittwoch war Heinz Müller dabei, als wieder Bauarbeiten an der Verbindung zum Nachbarort begonnen wurden.

Immer wieder verschoben

Auch diesmal haben die Bürger lange gewartet, wie Bürgermeister Marco Steiner (FW) betonte. Die ersten Planungen für den Ausbau der Kommunalstraße gab es nämlich bereits im Jahr 2000.
Doch die Stadt hatte gute Gründe, das Vorhaben immer wieder zurückzustellen. Schon vor Jahren gab es Pläne. Um Kosten zu sparen, sollte einfach auf der alten Trasse eine neue Fahrbahn angelegt werden. Doch dafür gibt es keine staatliche Förderung. Die fließt nur, wenn bestimmte Vorgaben zur Breite, zu Steigungen und Kurvenradien eingehalten werden.

Ohne Fördermittel wäre der Ausbau selbst in der kleinen Variante für die Stadt nicht zu schultern gewesen. Mit Förderung war der Eigenanteil immer noch immens. Zudem kam der Bau der ICE-Strecke in unmittelbarer Nähe - mit entsprechendem Schwerverkehr. "Es wäre nicht vernünftig gewesen, eine neue Straße zu bauen, wenn klar ist, dass sie gleich wieder so einer Belastung ausgesetzt wird", erklärt Bauhofleiter Herbert Scheler. Gerade diese Belastung erweist sich nun als Segen für die Stadt. Weil der Bau eines Verkehrsprojektes Deutsche Einheit der Straße den Rest gegeben hat, bekommt Rödental nun eine Förderung in Höhe von etwa 80 Prozent der Erstellungskosten von rund 925.000 Euro. Nur so lässt sich die Straße - jetzt allerdings nach den Vorgaben der Baubehörden - in diesem und dem kommenden Jahr finanzieren. Werden die Aufwendungen für Entschädigungen, Grunderwerb, Vermessungsarbeiten und ähnliche Posten dazugerechnet, dann summieren sich die erwarteten Gesamtkosten für das Projekt auf 1,315 Millionen Euro.

Auf 1325 Metern Länge werden bei einer Ausbaubreite von 5,5 Metern die engen Kurven entschärft, Hügel und Kuppen geglättet. Dazu kommen beidseitig Bankette mit einer Breite von einem Meter. Mutterboden wurde bereits teilweise entfernt, so lässt sich der künftige Verlauf der Straße bereits im Gelände erkennen. Die alte Fahrbahn wird entsprechend zurückgebaut. Insgesamt müssen rund 20.000 Kubikmeter Erde bewegt werden.

Busse werden umgeleitet

"Es mussten Lösungen für den Stadtbus und vor allem für den Schulbus gefunden werden", erklärte Marco Steiner. Hier habe man Regelungen getroffen, die allzu große Verzögerungen beim Schulbusverkehr verhindern sollen, versichert er. Allerdings beginnen in wenigen Wochen auch die Arbeiten an der Staatsstraße bei Waltersdorf mit einer Vollsperrung. Dann muss wohl noch einmal neu geplant werden.

Bis November soll die Verbindung nach Weißenbrunn zumindest auf der Tragschicht wieder nutzbar sein. Die Feinschicht könnte dann vielleicht erst im kommenden Frühjahr aufgetragen werden. Dann wäre erneut mit einer Vollsperrung zu rechnen, allerdings nur für kurze Zeit. Die Bauzeit hängt zum einen vom Wetter ab. Zum anderen hoffen die Planer, nicht auf unerwartete Überraschungen im Untergrund zu treffen, die den Aufwand an Zeit und Geld steigern.