Während in Coburg noch darüber diskutiert wird, ob der Steinweg dort wieder für den Fahrzeugverkehr freigegeben wird, hat Neustadt bereits gehandelt. Seit gestern dürfen im Neustadter Steinweg wieder Autos fahren und auch parken.
"Wir werden den Steinweg probehalber für den verkehrsberuhigten Verkehr freigeben", verkündete Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) am Vormittag. Wenig später rollten Fahrzeuge des Bauhofs an. Mitarbeiter enthüllten die bereits aufgestellten Schilder, die das Fahren und Parken im Steinweg regeln. "Es war der Wunsch der Geschäftsleute, die dort ihre Läden haben", erklärt Rebhan.
Weil es nur um eine Probephase von sechs Monaten geht, wurden auch nicht alle Anlieger in die Entscheidung einbezogen, so der OB. Mit dieser Testphase soll erkundet werden, wie sich die Freigabe auswirkt. Die dabei gewonnenen Kenntnisse können dann in die Neugestaltung des Marktplatzumfeldes einbezogen werden. Für diese soll im kommenden Jahr ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden.
"Wenn sich vor Ablauf der sechs Monate herausstellt, dass sich die Freigabe nicht bewährt, brechen wir das in Absprache mit den Geschäftsleuten auch früher ab", versichert der Oberbürgermeister.
Detlev Heerlein, bei der Ordnungsbehörde für den Straßenverkehr zuständig, erklärt, was jetzt erlaubt ist. Fahrzeuge dürfen ab sofort vom Amtshof aus in den Steinweg einfahren, der als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen ist. Es gilt also Schrittgeschwindigkeit. Parken ist auf den acht ausgewiesenen Parkplätzen mit Parkscheibe für eine Stunde erlaubt.
Der Steinweg ist Einbahnstraße. Es darf also nur in Richtung Marktplatz herausgefahren werden. Dort wurden Baken aufgestellt, die den Verkehr in Richtung des Parkplatzes auf dem Markt lenken. Von dort kann dann wie bisher über die Schulstraße, den Glockenberg und die Brunnenstraße herausgefahren werden. Für diesen Bereich wird durch die neue Zufahrt eine Entlastung erwartet. Vom Parkplatz am Markt aus in Richtung Steinweg darf nicht gefahren werden. Das ist durch entsprechende Schilder kenntlich gemacht. Fahrradfahrer dürfen aber durch fahren.
Nach dem Vorstoß mehrerer Einzelhändler aus dem Steinweg, holte sich der Oberbürgermeister die Zustimmung des Verkehrssenats für diese Testphase. "Der Senat hat zugestimmt, falls die Mehrheit der Geschäftsleute es will. Das ist der Fall", sagte Rebhan. Auch die Regierung von Oberfranken wurde informiert. "Dort ist man nicht erfreut, aber einverstanden", sagte Rebhan. Die Einführung der Testphase wirke sich auch nicht förderschädlich aus, versicherte er. Dass er sich für den Versuch eingesetzt habe begründet Frank Rebhan so: "Weil ich die Geschäftsleute in diesem nicht ganz einfachen Umfeld unterstützen will."
"Probleme wird der Winterdienst und der Lieferverkehr mit Lkw bereiten", meint Detlev Heerlein, weil der Kurvenbereich zum Marktplatz und zur Augustastraße sehr eng sei.
Für den Drogeriemarkt im Steinweg gibt es eine Sondergenehmigung, dass der Lieferverkehr dreimal in der Woche zwischen 6 und 7 Uhr die Einbahnstraße in der Gegenrichtung befahren darf.
Die Geschäftsleute im Steinweg dürfen trotz der neuen Regelung weiter Waren und Werbung vor ihren Geschäften aufstellen. Dafür bleibt ein etwa einen Meter breiter Bereich frei, so Heerlein. Die Polizeiinspektion in Neustadt ist im Vorfeld eingebunden worden und mit der Testphase einverstanden, berichtet Heerlein. Stichpunktmäßige Geschwindigkeits- und Parkkontrollen sind vorgesehen, sagt Detlev Heerlein.
Spätestens im Frühsommer des kommenden Jahres werden die Ergebnisse von Zählungen und Beobachtungen aus der Testphase ausgewertet, so Heerlein. Dann kann über künftige Regelungen leichter entscheiden werden.