Ein großes Schild vor dem Treppenaufgang zum Landestheater schenkt einen Hauch von Hoffnung: "Theaterkasse geöffnet" steht darauf. Auch mitten im Lockdown will das Landestheater den direkten Kontakt zu seinem Publikum bewahren.

Obwohl bis mindestens Ende November alle Vorstellungen im Haus am Schlossplatz abgesagt werden mussten: der Theaterbetrieb hinter den Kulissen läuft weiter. Für das Weihnachtsmärchen "Der kleine Lord" und die Händel-Oper "Alcina" (geplante Premiere: 4. Dezember) wird eifrig geprobt.

Probenarbeit läuft weiter

"Wir probieren, damit wir möglichst schnell wieder spielfertig sind, wenn der Lockdown endet", sagt Fritz Frömming, Kaufmännischer Direktor des Landestheaters. Nicht zuletzt aber ist die Theaterkasse besetzt, um auf Nachfragen und Karten(umtausch)wünsche reagieren zu können.

Angesichts stetig steigender Inzidenzwerte aber ist Frömming auch klar, dass zwei Wochen Lockdown noch niemand verlässlich sagen kann, ob das Landestheater wie erhofft Anfang Dezember den Spielbetrieb auch tatsächlich wieder aufnehmen kann. "Intern haben wir uns eine Deadline bis Mitte November gesetzt, um eine überarbeitete Disposition mit neuen Aufführungsterminen vorzulegen", sagt Frömming. Sein Ziel ist klar: "Wir wollen keine Dinge verkünden, die wir bald darauf wieder kassieren müssen."

Umbuchungen, Rückerstattung von Eintrittskarten - auf die Theaterkasse kommt in Corona-Zeiten in Coburg besonders viel Arbeit zu. Möglichst viele Vorstellungen aus dem November nicht komplett abzusagen, sondern auf neue Termine verschieben - das ist das ehrgeizige Ziel des Landestheaters.

"Unser Publikum scharrt mit den Füßen", so Frömming. Feiert das Weihnachtsstück doch noch Premiere? (ursprünglicher Premierentermin wäre jetzt am Samstag, 14. November!) Wann kommt "Così fan tutte" auf die Bühne? Fragen über Fragen, auf die es derzeit noch keine präzisen Antworten geben kann. Denn noch ist unklar, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Das bringt für die Mitarbeiter der Theaterkasse derzeit reichlich Erklärungsbedarf mit sich. "An der Theaterkasse müssen wir fast immer Einzelfallentscheidungen treffen", sagt Frömming. Bei mehreren Abo-Veranstaltungen kurz vor dem Lockdown habe es "viel Lob für unseren Theaterservice gegeben", sagt der Kaufmännische Direktor: "Ich freue mich über das Feedback, das wir bekommen." Auf die individuellen Bedürfnisse der Theaterbesucher einzugehen, sei in der gegenwärtigen Situation entscheidend: "Geduld ist die Tugend, die wir im Moment am meisten verkaufen."