Die Bürger der Gemeinde müssen sich darauf einstellen, dass der Wertstoffhof am Ende der Mühlgasse noch in diesem Jahr geschlossen wird. Das hat Landkreis-Abfallberater Wolfgang Sommer am Montagabend im Gemeinderat klar gemacht. Hintergründe dieser Entscheidung sind das niedrige Wertstoff-Aufkommen sowie die extrem beengten räumlichen Möglichkeiten am bisherigen Standort. Deshalb versprach Sommer den Bürgern auch: "Der neue Wertstoffhof wird mit besserem Service auch bürgerfreundlicher."

Aber der neue Wertstoffhof wird halt nicht mehr auf Weidhäuser Gemeindegebiet liegen. Das hat das Landratsamt (das rechtlich für die Entsorgung der Wertstoffe zuständig ist) in Absprache mit der Gemeinde Sonnefeld entschieden.
Dort wird der neue, zentrale Wertstoffhof für beide Gemeinden entstehen - im neuen Bauhof in der Weidhäuser Straße.

Dass die Schließung des Weidhäuser Wertstoffhofes Ende vergangenen Jahres bekannt wurde und in der Bevölkerung ziemlichen Wirbel auslöste, bedauerte Sommer bei seinem Besuch im Gemeinderat ausdrücklich: "Wir haben zu wenig informiert." Unter anderem auch darüber, dass in Sonnefeld und Weidhausen die geringsten Mengen an Wertstoffen im Landkreis anfallen. 120 Tonnen waren es 2011 in Weidhausen, nur 116 sogar in Sonnefeld.

Zum Vergleich: In Ebersdorf wurden im gleichen Zeitraum 558 Tonnen abgeliefert. Da lag die Entscheidung nahe, beide Wertstoffhöfe zusammenzulegen. Und sowieso, ergänzte Sommer: "Der Weidhäuser Wertstoffhof war schon immer nur eine Minimallösung."

Eine Strafe für die Weidhäuser?

So ganz glücklich war man im Gemeinderat nicht mit dieser Entscheidung. Hans-Georg Frank (CSU) fühlte sich ein bisschen "bestraft". Seine Theorie: Weil die Weidhäuser ihren Müll ordentlich entsorgen, werden sie nun auch noch mit der Schließung ihres Wertstoffhofes bestraft. Zudem sei die Zufahrt zum künftigen Wertstoffhof um keinen Deut besser als jetzt in der Mühlgasse.

Warum im Ort so wenig Müll anfällt, konnte auch Wolfgang Sommer nur vermuten: Er könne es sich vorstellen, dass gerade beim Bauschutt die nahe Deponie in Marktzeuln hier eine Rolle spiele, sagte der Abfallberater. Zudem sei die Öffnungszeit in Weidhausen mit gerade einmal zwei Stunden pro Woche nicht gerade bürgerfreundlich. Keine Änderung wird der neue Wertstoffhof bei den Stellplätzen für Altglas und Dosen auslösen. Da bleiben sechs Standorte im Gemeindegebiet Weidhausen erhalten.

Arbeitsplatz soll erhalten bleiben

Sollte sich die Zusammenlegung mit Sonnefeld nicht vermeiden lassen, dann hat Bürgermeister Markus Mönch (parteilos) wenigstens einen Wunsch: Der eine Arbeitsplatz, den die Gemeinde für die Betreuung des Wertstoffhofes geschaffen hat, möge doch bitte erhalten bleiben. Hier scheint es aber schon Gespräche mit der Nachbargemeinde gegeben zu haben - die Signale sind jedenfalls positiv.

Wenn dieses personelle Problem gelöst werden könne, dann brauche man gar nicht mehr groß herumdiskutieren, sagte Klaus Lippert (SPD). Es sei schließlich nicht Aufgabe des Gemeinderates, die Entscheidungen des Landkreises zu bewerten. Und letztlich stufte der SPD-Fraktionssprecher das Problem eines zentralen Wertstoffhofes auch als überschaubar ein: "Den Trübenbachern und Weidhäusern wird es egal sein, wo sie hinfahren."