Sie scheinen Milchschnitten und Orangen-Fruchtsaftgetränke zu mögen, die Besucher der Skate-Anlage unweit der Schule. Massenweise leere Tüten und Verpackungen, sind aber nicht die einzigen Spuren, die die Jugendlichen dort immer wieder hinterlassen. Randale und Sachbeschädigung gehören auch dazu. Deshalb hat die Gemeinde den Skate-Park geschlossen. Das hat Bürgermeister Markus Mönch (parteilos) am Montagabend dem Gemeinderat mitgeteilt.
Dabei war alles so schön gedacht: Gerade einmal zweieinhalb Jahre ist es her, da kamen Jugendliche mit der Idee für eine Halfpipe in den Gemeinderat und stießen dort auf offene Ohren. Ja, mehr noch: Die Freien Bürger spendierten fast 1700 Euro für den Bau der Anlage, dazu wurde mit dem Coburger "Skater-Papst" Markus Grempel ein absoluter Fachmann als "Bauleiter" verpflichtet.

Zerstört und vermüllt

Doch die Zeiten haben sich
geändert. "Die erste Nutzer-Generation ist rausgewachsen", berichtete Markus Mönch. Stattdessen haben offensichtlich ältere Jugendliche die Anlage als Treffpunkt schätzen gelernt. Aber was die dort veranstalten, stößt beim Bürgermeister nur auf wenig Gegenliebe. "Zerstört und vermüllt" werde der Skate-Park derzeit nur. Das Team des nahegelegenen Kindergarten habe sogar schon mehrfach den benachbarten Spielplatz verlassen (müssen), weil es mit den Jugendlichen nebenan nicht zurecht kam. Eigentlich, verkündete Mönch mit einem Schulterzucken, sei es wohl an der Zeit, die Anlage ersatzlos abzubauen.
Doch so weit kommt es erst einmal doch nicht. Thomas Carl (Freie Bürger) berichtete von Jugendlichen, die ihn gegeben hätten, sich für den Erhalt der Half-Pipe einzusetzen. Carls Einschätzung, dass die Anlage "funktional in Ordnung" sei, teilte Markus Mönch nicht. Die Verwaltung habe sich die Schäden (ausgebrochene Teile, herausgedrehte Schrauben, Feuerspuren) angesehen und festgestellt: Der Zustand der Anlage ist nicht mehr vertretbar - alleine aus versicherungsrechtlichen Gründen. Es bedürfe schon eine "großflächige Wiederinstandsetzung" der Half-Pipe.


Will denn noch jemand fahren?

Zudem scheint es auch so zu sein, dass der sportlich interessierte Teil der Weidhäuser Jugendlichen kein großes Vergnügen mehr an der Half-Pipe zu haben scheint. Wie Gemeinde-Geschäftsleiter Walter Bott berichtete, habe die Jugendpflegerin Janine Somorowsky ihre Fühler ausgestreckt und die Jugendlichen befragt. Das Ergebnis beschrieb Bott als ernüchternd: "Es gab null Rücklauf." Man müsse wohl davon ausgehen, dass bei den Jugendlichen kein Interesse mehr bestehe.
Thomas Carl (FB) blieb aber kämpferisch. Er würde es bedauern, wenn die Gemeinde mit ihrem Engagement vor den Randalierern kapitulieren würde. Auch Thomas Carl und Werner Platsch (beide SPD) sprachen sich dafür aus, die mit viel Idealismus errichtete Anlage nicht einfach ersatzlos abzubauen. Die Gemeindeverwaltung wird nun, in Absprache mit "Bauleiter" Markus Grempel, die Half-Pipe noch einmal anschauen und die voraussichtlichen Kosten für eine Reparatur ermitteln. Wenn dann die Fakten feststehen, wird die Gemeinderat eine Entscheidung zur Zukunft des Skate-Parks treffen.
Walter Lorper riet, bei den nächsten Schritten den Blick ein bisschen weiter in die Zukunft zu richten. Sollte - wie geplant - neben der Schule ein kleines Neubaugebiet entstehen, müssen der Skate-Park sowieso an anderer Stelle eine neue Heimat finden. So wie es jetzt dort zugehe, sei dies für künftige Nachbarn jedenfalls unzumutbar, sagte der FB-Gemeinderat.

Was macht das Weidhäuser Spielplatzkonzept?

An der Wiede: Spätestens in der Dezembersitzung wird das Konzept für die Neugestaltung des Spielplatzes vorgestellt. Fünf Firmen haben ihre Angebote abgegeben. Maximal 30 000 Euro werden für den Umbau ausgegeben.

Buchenweg: Der Bauausschuss, berichtete Bürgermeister Markus Mönch, hat festgestellt, dass die Kinder aus der Nachbarschaft aus dem Spielplatz-Alter "rausgewachsen" sind. Deshalb wird der Spielplatz abgebaut und das Grundstück als Bauplatz verkauft, wobei Bernd Faber (SPD) darum bat, die Einnahmen aus dem Verkauf bei der Errichtung eines neuen Spielplatzes "im Hinterkopf" zu behalten. Mönch schlug vor, künftig bei der Ausweisung von Neubaugebieten die Spielplätze so zuzuschneiden, dass sie später - wenn kein Bedarf mehr besteht - als Baugrundstück verkauft werden können: "Das wäre eine clevere Idee für die Zukunft."