"Geschockt" sei er gewesen, sagte Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (BfB), als er am Tag danach vom schlimmen Ereignis erfuhr, das sich am Sonntag auf dem Spielplatz am Wasserturm ereignet hat: Dort wurde ein knapp zwei Jahre altes Mädchen von einem frei laufenden Hund angefallen und verletzt. So sehr, dass die Kleine mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden musste.
Wie Bernd Elzinger von der Pressestelle des Polizeipräsidiums von Oberfranken berichtete, war der Hund nicht angeleint. Gegen 14.45 Uhr war ein 37-Jähriger aus dem Gemeindebereich Weitramsdorf mit seinem Hund am Kinderspielplatz am Wasserturm spazieren. "Er ließ den Hund dort frei herumlaufen", heißt es in der Polizeimeldung zu den näheren Umständen.

Auf dem Gelände des Spielplatzes griff der Hund unvermittelt das knapp zwei Jahre alte Mädchen an, das sich mit seiner Familie auf dem Spielplatz befand. Ehe jemand eingreifen konnte, fügte das Tier dem Kind eine Bissverletzung zu. Aufgrund der Schwere der Verletzung wurde ein Rettungshubschrauber alarmiert. Dieser brachte das schwer verletzte Kind schnell in ein Krankenhaus.


Nicht auf der "Kampfhundliste"

Die Coburger Kriminalpolizei nehme die Ermittlungen in diesem Fall sehr ernst, versicherte Polizeipressesprecher Elzinger. Der Hundehalter müsse sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Welche Strafe bei so einem Vorfall auf den Mann wartet, darüber wollte Bernd Elzinger nicht spekulieren. Das hänge schließlich auch davon ab, ob es mit dem Hund schon einmal Probleme gegeben habe.

Ausdrücklich klargestellt wurde vom Polizeipräsidium von Oberfranken, dass es sich beim angreifenden Hund nicht um ein Tier von der Liste der Hunderassen handelt, die rassebedingt als gefährlich angesehen werden oder deren Gefährlichkeit vermutet wird (Volksmund: "Kampfhundliste"). Der Hund, der das Kind verletzte, war nach Angaben von Bernd Elzinger eine "Olde English Bulldogge". Diese Tiere sind ausgewachsen bis zu einem halben Meter groß, werden in der Fachliteratur aber als freundlich, wachsam und furchtlos bezeichnet.

Trotz dieser Charakterbeschreibung hatte der Hund auf dem Spielplatz aber nichts zu suchen. Das stellte Bürgermeister Wolfgang Bauersachs auf Tageblatt-Nachfrage klar. Die Gemeinde habe auf jedem ihrer Spielplätze Schilder mit klaren Vorgaben aufgestellt: Dazu gehöre es, dass Hunde auf dem Gelände verboten sind. "Deshalb muss jeder Hundehalter dafür sorgen, dass das auch nicht geschieht", erklärte der Bürgermeister, für den es angesichts dieser Vorgabe im Umfeld von Spielplätzen nur einen richtigen Weg gibt: "Ein Hund muss hier an die Leine." Da brauche man auch nicht über Größe oder Charakter eines Hundes zu diskutieren - er habe auf einem Spielplatz nichts zu suchen.

Probleme mit Hunden am oder rund um den Spielplatz am Wasserturm hat es den Informationen von Bauersachs zufolge bislang nicht gegeben. Klar, immer mal gebe es Ärger wegen Hundehaufen auf öffentlichen Flächen - aber das habe mit so einer schlimmen Sache nichts zu tun. Er hoffe, dass bei dem Mädchen auch die seelischen Wunden aus dieser Attacke möglichst schnell heilen, schloss Bauersachs.