Die "Roten" fürchten, dass OB Frank Rebhan ein "schwarzes Zaumzeug" angelegt werden soll, und SPD-Spitzenkandidat Martin Stingl wettert bei der Nominierung gegen den CSU-Frontmann Frank Altrichter, der sich dadurch unter der Gürtellinie getroffen sieht. Obwohl das Ordnungsamt nach einem entsprechenden Stadtratsbeschluss die Plakatierung in der Nacht zum Montag erst ab 0 Uhr erlaubt, sausen die CSU-Plakatierer schon am frühen Abend los, um die besten Werbeplätze zu besetzen. Die SPD verzichtet darauf, deswegen die große Kriegstrommel zu rühren, fragt sich aber nicht zu Unrecht, was das soll.

Nun das Feuerwehrhaus in Wildenheid. Es ist marode. Die CSU macht das zum Thema, fordert öffentlich, das Problem auf die Tagesordnung des Bausenats zu setzen, verschweigt aber geflissentlich, dass die Tagesordnung bereits auf dem Tisch liegt - und die Besichtigung des Feuerwehrhauses einer der (nicht öffentlichen) Tagesordnungspunkte ist.
Wenn der Vorwurf im Raum steht, dass das Feuerwehrhaus vernachlässigt wurde, dann richtet sich dieser Vorwurf doch wohl an den Bausenat. Dessen Vorsitz führt Zweiter Bürgermeister Jürgen Petrautzki (CSU). Die Mehrheit im Gremium hat - richtig, die CSU. Gibt es in diesem Zusammenhang einen Vorwurf, dann den, dass dieses Thema auf der nicht öffentlichen Tagesordnung nichts zu suchen hat. Die Gemeindeordnung regelt klar, welche Tagesordnungspunkte öffentlich zu behandeln sind und welche Ausnahmen es gibt. Es ist Sache der Ratsmitglieder, darauf zu achten, dass dies eingehalten wird. Die CSU-Mehrheit im Senat sollte das durchsetzen können und damit zwei Probleme öffentlich machen: Feuerwehrhaus und Umgang mit Öffentlichkeit.

Aber alle zusammen sollten sich überlegen, ob sie das politische Klima in Neustadt wirklich in eine Richtung bewegen wollen, die eine bisher stets sachorientierte und konstruktive Arbeit in der Stadtführung auf Jahre beschädigt - egal wie sich die Sitze verteilen.