Auch wenn es zurzeit noch mild ist, dürfen Vogelfreunde die gefiederten Freunde ruhig füttern. Dann aber bitte richtig. Sebastian Weigand vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) im Coburger Land gibt Tipps, wie Naturfreunde alles richtig machen können. Allzu schwer ist es nicht.

"Es sind eben einige Dinge, die beachtet werden sollten", sagt Sebastian Weigand. Wichtig zu wissen ist vor allem, dass es nicht schadet, wie manche Naturfreunde glauben, wenn außerhalb großer Notzeiten gefüttert wird. "Wer jetzt füttert, holt sich in der grauen Zeit ein wenig Farbe und Leben in den Garten", heißt es in einer Info-Broschüre des LBV. "Es muss nicht befürchtet werden, dass die Vögel die Fähigkeit verlieren, natürliche Nahrung zu finden", gibt Sebastian Weigand Entwarnung.


Hygiene am Futterplatz

Wer eine Futterstelle einrichtet, sollte sich nicht wundern, wenn nicht gleich alle Arten, die er aus dem Vogelatlas kennt, dort zum Frühstück vorbei kommen. Das geht in einem so milden Winter auch professionellen Vogelschützern nicht anders. "Bis jetzt lassen sich nur Feldsperling, Blau- und Kohlmeise dazu herab, bei mir zu speisen", sagt Weigand lachend.

Er rät vor allem auf das richtige Futter zu achten. "Billiges Futter enthält oft Füllstoffe ohne Nährwert. Manche sind sogar mit Sand gestreckt", warnt Weigand. Gerade in preisgünstigen Angeboten finden die Vogelschützer oft unerwünschte Körner. So taucht immer wieder Ambrosia auf. Eine stark allergene Pflanze, gegen deren Ausbreitung zurzeit gekämpft wird. Die Körner fallen vom Futterhaus in den Garten und im Frühjahr wundern sich die Vogelfreunde, über die ungeliebte Pflanze. Ähnlich verhält es sich mit Hanf-Körnern. "Billige Futtermittel enthalten oft Rohfaserfett, das die Vögel nicht richtig verwerten können", informiert Sebastian Weigand.

Gerade bei so milden Temperaturen ist Hygiene sehr wichtig am Futterplatz. Damit kommt der LBV-Mann auch schon zum richtigen Futterhäuschen. "In den klassischen Futterhäuschen kann das Futter leicht verkoten", warnt er. Wer sich für so ein Häuschen entscheidet, sollte wissen, dass er es möglichst täglich reinigen muss.
Wichtig ist, dass ein Dach das Futter vor Nässe schützt. "Am besten man wählt ein Futtersilo", rät der Vogelschützer. Auch da sollte auf Nässeschutz geachtet werden. Es muss nicht so oft nachgefüllt werden und ist hygienischer, weil das Futter nicht verunreinigt wird.

Futterknödel sollten ohne das Plastiknetz verfüttert werden. Vögel bleiben immer wieder in den Maschen des Netzes hängen und verletzten sich. "Das geht bis hin zum Verenden, wenn sie nicht wieder los kommen", berichtet Weigand. Es gibt Behälter aus grobmaschigem Draht. Die können mit Knödeln ohne Plastiknetz befüllt werden. Die Vögel haben es leichter, sich daran festzuhalten und bleiben nicht hängen. Dass ein Futterhaus für Vögel so postiert werden sollte, dass Katzen in der Nähe keine Deckung haben, aus der sie angreifen können, versteht sich von selbst. Entsprechend sollte es auch nicht zu nah am Boden hängen.


Täglich Wasser ist wichtig

Katzen springen höher als mancher Vogelfreund denken mag. "Wer in seinem Garten verschiedene Futterspender mit Weichfutter, einer Körnermischung und Fettfutter anbietet, macht die Futterstelle für fast alle Wintervögel interessant", sagt auch der Artenschutzreferent des LBV, Andreas von Lindeiner. Der Landesbund wirbt mit Infomaterial landesweit für die richtige Fütterung. Übrigens sollte auch an eine Vogeltränke gedacht werden. Gerade Körnerfresser brauchen täglich Wasser.

Keinesfalls dürfen altes Brot oder Essensreste an die Wildvögel verfüttert werden, warnt der LBV. "Salz und Gewürze sind für die meisten Vögel unverträglich", erklärt Sebastian Weigand, der hauptamtlich in der Geschäftsstelle des LBV in Dörfles-Esbach arbeitet.

Wer richtig viel über die Fütterung der Wintervögel lernen will, kann das übrigens im Januar tun. Am Sonntag, 11. Januar, informiert der LBV gemeinsam mit dem Naturkundemuseum in dessen Räumen in Coburg über dieses Thema. Von 10 bis 16 Uhr gibt es Informationen und Gelegenheit zum Mitmachen. "Jeder kann da seine eigene Futterglocke mit Fett und Körnern drin gießen", lädt Sebastian Weigand ein. Es gibt Vogelpräparate zu sehen und viel über die heimischen Arten zu lernen. Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft des LBV Coburg hält um 11 und 13 Uhr Fachvorträge.


Vogelzählung im Winter

Der 11. Januar ist der letzte Tag der "Stunde der Wintervögel". Bei dieser Volkszählung unter den heimischen Vögeln sind zwischen dem 9. und 11. Januar alle Naturfreunde aufgerufen, eine Stunde lang zu beobachten und zu zählen, welche Arten sie in ihrem Garten oder an einem bestimmten Ort sehen. Die Ergebnisse der Zählung werden an den LBV gemeldet und ausgewertet. Diese seit Jahren durchgeführte Aktion führt zu wichtigen Ergebnissen über die Entwicklung des Vogelbestandes in Bayern.

Wer nähere Informationen zum LBV und vor allem zum Thema Fütterung sucht, findet sie im Internet unter www.lbv-shop.de