Wer dieser Tage durch den Hofgarten läuft, erlebt einen Exoten in voller Pracht: Der Trompetenbaum in der Wiese gegenüber dem Herzog-Alfred-Brunnen, ist übersät mit kleinen, weißen Blüten, deren Form tatsächlich ein wenig an Trompeten erinnert. Noch etwa eine Woche, so schätzt Werner Pilz vom Grünflächenamt der Stadt Coburg, wird der Flor halten, dann ist die Saison für den Frühsommerblüher vorbei und er kann Kraft sammeln fürs nächste Jahr.

Beliebtes Ziergehölz

Das Alter des riesigen Baumes, der lateinisch Catalpa heißt, kennt Pilz gar nicht so genau. "80, 90 Jahre vielleicht", schätzt er. Ursprünglich stammt der Trompetenbaum aus dem Südosten der USA, doch in den heimischen Gärten erfreut er sich wachsender Beliebtheit.
Wie sich allerdings im Hofgarten eindrucksvoll zeigt, braucht so ein Trompetenbaum vor allem eines: viel Platz. Gut 18 Meter hat der Baum im Durchmesser, wie Werner Pilz beim Pressetermin mit seinem Schrittmaß feststellt. "Und 18 Meter hat er mindestens auch in der Höhe, vielleicht sogar 20."

Im weitläufigen Hofgarten darf der Exot gerne diesen Platz beanspruchen. "Hier kann er sich frei entwickeln", erläutert Pilz. Das tut er auch - allerdings zunehmend in die Waagrechte. Zwei der dicken Äste müssen bereits durch eine Art hölzerne "Krücken" abgestützt werden, damit sie nicht abbrechen. Sogar Polster sind untergelegt, damit sich die Rinde nicht am Holz der Stützen abscheuert.

Bei Frost wird's kritisch

Mit dem hiesigen Klima komme der Trompetenbaum gut zurecht, erklärt Pilz. Der Austrieb kommt erst spät, allerdings kann ein Spätfrost Mitte, Ende Mai die ganze Pracht zunichte machen. Hat er aber die kritische Zeit überstanden, erscheinen über den großen herzförmigen hellgrünen Blättern üppige Blütenrispen. Die weißen Blüten erinnern ein wenig an Löwenmäulchen. Innen sind sie dunkelrot getupft und haben zwei gelbe Streifen auf der "Unterlippe". "Das ist quasi die Landebahn für Bienen und Hummeln", scherzt Pilz. Der Trompetenbaum gilt als Bienenweide und ist bei so genannten Bestäuberinsekten äußerst beliebt.