Mittendrin: Die auch im sechsten Lebensjahrzehnt immer noch entzückende Juliette Binoche und Nicole Kidman, nicht viel jünger und nicht minder hübsch.

Faszinierende Lebensgeschichte

Beide sind ja keine Unbekannten bei der Berlinale - Binoche ist ja fast im zwei Jahres-Rhythmus in Berlin, Nicole Kidman wurde unter anderem für "The Hours" und den klasse Western "Unterwegs nach Could Mountain" gefeiert.
In seinem neuen Film spielt der australische Superstar zum ersten Mal unter der Regie von, das darf man getrost so sagen, Deutschlands Regie-Altmeister Werner Herzog. Der inszenierte und schrieb das Buch zu "Queen of the desert", einem großen Historiendrama über Gertrude Bell.
Die Britin gilt heute als eine der führenden Figuren bei der Neuordnung des Mittleren Ostens nach Ende des Ersten Weltkrieges.


Ob das Leben der Heldin Bell auch in schwierigen Situation so glatt verlief, wie es Herzog schildert - man mag es kaum glauben. Dennoch ist "Queen of the desert" ein guter Film, was an der faszinierenden Lebensgeschichte dieser Gertrude Bell natürlich ebenso liegt wie an beeindruckenden Landschaftaufnahmen der arabischen Wüste.

Weiblicher Lawrence von Arabien

Dass Nicole Kidman im Film als "weiblicher Lawrence von Arabien" auch gleich noch zwei unglückliche Liebensgeschichten erleben muss, ist zwar ein bisschen dick aufgetragen, aber letztlich wohl Herzogs Zugeständnis an das Mainstream-Kino, das er bisher noch nicht allzu oft bedient hat. Der Applaus des Berlinale-Publikums war für Herzog und Kidman (die persönlich anwesend war) gestern Abend bei der großen Premiere jedenfalls riesig.

Star des Abends

Los ging die Berlinale mit "Nobody wants the night", noch einer Geschichte über eine starke Frau. Auch Josephine Peary, die Frau des weltbekannten Arktisforschers, gab es wirklich. Juliette Binoche spielt hier die Titelrolle und war, nicht nur wegen ihres atemberaubenden weißen Kleides zur Eröffnungsgala, der Star des Abends.

Dick aufgetragene Dramatik

Die spanische Regisseurin Isabel Coixet führte Regie in diesem Drama, das ebenfalls tolle landschaftliche Aufnahmen, aber zum Schluss ein bisschen zu dick aufgetragene Dramatik, bietet.
Aber die Berlinale ist in den vergangenen 65 Jahren schon mit deutlichen schlechteren Filmen in den Wettbewerb gestartet.