Bad Rodach
Beschlüsse

Stadt Bad Rodach will beim "Löwen" Klarheit

Bei der Klärung der Frage, wie es mit dem ehemaligen Gasthaus weitergehen soll, möchte sich Bad Rodach von der Regierung von Oberfranken finanziell unterstützen lassen. Gegen die geplanten neuen Stromtrassen gab es ein klares Veto.
Im Februar wurde der hintere Teil des ehemaligen Gasthauses "Zum Goldenen Löwen" abgerissen. Für eine Machbarkeitsstudie, wie es hier weitergehen kann, stellt die Stadt einen Zuschussantrag. Foto: Berthold Köhler
Im Februar wurde der hintere Teil des ehemaligen Gasthauses "Zum Goldenen Löwen" abgerissen. Für eine Machbarkeitsstudie, wie es hier weitergehen kann, stellt die Stadt einen Zuschussantrag. Foto: Berthold Köhler
Was geschieht mit dem Anwesen Markt 5 in Bad Rodach, dem ehemaligen Gasthaus "Zum Goldenen Löwen"? Diese Frage stellte sich auch der Stadtrat bei der Sitzung am Montag und beschloss, den Antrag auf Förderung einer Machbarkeitsstudie bei der Regierung zu stellen.

Bei einem Kostenvolumen von geschätzten 50 000 Euro ist ein Zuschuss von bis zu 60 Prozent möglich. Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD): "Wir wollen gucken, was dort geht und was nicht."
Ein "deutliches Signal" gegenüber Bundesregierung und bayerischer Staatsregierung setze die Stadt Bad Rodach mit ihrer Stellungnahme zu den geplanten neuen überörtlichen Stromtrassen (P44 und P44 mod.) im Landkreis Coburg, sagte Bürgermeister Ehrlicher. So wandte sich der Stadtrat bei der Sitzung am Montag ausdrücklich gegen den Bau einer neuen Trasse "im gesamten Gebiet" des Landkreises.
Bund und Freistaat fordert das Gremium auf, ein fachlich begründetes Konzept zur Energiewende zu verfolgen und "nicht nach politischer Stimmungslage immer wieder neue Planungsvarianten aufzustellen". Letzteres beinhalte auch die "intensive Beschäftigung mit Energieeinsparungen und Speichertechnologien".


Gewaltige Eingriffe

In der Begründung der vom Stadtrat beschlossenen Stellungnahme heißt es unter anderem, das Coburger Land trage mit der im Bau befindlichen neuen 380-kV-Leitung mit ihren "gewaltigen Natur- und Landschaftseingriffen" bereits erhebliche Lasten der deutschen Energiewende. Zudem habe sich die Region bereits bei den großen Verkehrsprojekten der deutschen Einheit (Autobahn A 73 und ICE-Trasse München-Berlin) mit Natur und Landschaft eingebracht.

Weitere Netzverstärkungen, Trassenverläufe und Leitungsbauten "in jedweder Form" konterkarierten deshalb die strategische Landkreisentwicklung. Sie dürften nicht wieder und erneut das Coburger Land und seine Kommunen in deren Entwicklung zusätzlich belasten.
Nationale Infrastrukturmaßnahmen seien von allen Teilräumen des Landes zu tragen, fordert der Bad Rodacher Stadtrat. Sie dürften nicht mit dem Argument der Bündelung einseitig zu einer nicht mehr vertretbaren Überlastung der Region führen. Statt neue Belastungen zu prüfen, sei es "an der Zeit, erst einmal die entstandenen Infrastrukturen für die Region nutzbar zu machen". Der Stadtrat verweist in der Stellungnahme hier gezielt auf die ICE-Anbindung Coburgs im Zwei-Stunden-Takt oder den Ausbau der Staatsstraße 2205 durchgängig bis Coburg.

Zudem sei es "finanzpolitischer Irrsinn", eine im Bau befindliche, noch nicht fertiggestellte Thüringer Strombrücke wieder abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Dies "ist sofort zu verwerfen". Auch der Bau einer Paralleltrasse verbiete sich wegen der nicht mehr vertretbaren Belastung von Mensch, Fauna und Flora. Eine weitere Belastung des gesamten Coburger Landes durch eine neue HGÜ-Gleichstromtrasse dürfe es ebenfalls nicht geben.

Der Stadtrat beauftragte am Montag deshalb den Bürgermeister, ergänzende Vorhaben und Aktionen im Sinne der Stellungnahme mit den anderen Kommunen des Coburger Landes zu unterstützen. Vertreter von Bund und Staatsregierung seien dafür zu gewinnen, mit der Region in einen lösungsorientierten Dialog einzutreten.

Keine Einwände gab es gegen die Anerkennung einer weiteren Gruppe mit zwölf Plätzen für die Kinderkrippe der Firma Haba. Auch dem entsprechenden Bauantrag zur Erweiterung des Luise-Habermaaß-Kindergartens gab das Gremium statt.
Beschlossen wurde zudem die Aufstellung der beiden Bebauungspläne "Oberau" in Rodach und "Krahhöhe" in Gauerstadt.