Während der Großteil der Erstligaprofis am Mittwochnachmittag sein erstes Teamtraining unter Körperkontakt in der HUK-Arena absolvierte - auch die zweite Testung auf das Coronavirus fiel bei allen Aktiven negativ aus - muss Stepan Zeman noch drei Tage in Quarantäne verbringen. Der Kreisläufer der tschechischen Nationalmannschaft wurde am 5. Januar positiv getestet und kehrt erst nächste Woche zu seinem Klub nach Coburg zurück.

Und das auch nur deshalb, weil der tschechische Handballverband die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Ägypten aufgrund zahlreicher Covid-19-Patienten im Kader kurzfristig absagen musste.

Abgelehnt hat Stepan Zeman eine Offerte des HSC 2000 Coburg, der den jungen, ausbaufähigen Spieler gerne über die laufende Saison weiter verpflichtet hätte. Doch daraus wird nichts: Zeman verlässt den HSC. Nach Tageblatt-Informationen wechselt der Zwei-Meter-Mann zum aktuellen Tabellenzweiten der 2. Bundesliga, dem VfL Gummersbach. Der Traditionsverein will unbedingt in die 1. Liga aufsteigen und hat den jungen Tschechen von seinem Gesamtpaket überzeugen können.

Deshalb hat der Tscheche den Coburger Verantwortlichen bereits vor Beginn der WM-Pause mitgeteilt, dass er seinen Vertrag nicht verlängern und sich eine neue Herausforderung suchen wird. "Stepan kam als junger Spieler zu uns und hat sich in den vergangenen beiden Jahren gut entwickelt. Ich bin mir sicher, dass er bis zum Vertragsende auch weiter alles für unseren Verein geben wird und wünsche ihm alles Gute für die Zukunft", erklärt HSC-Geschäftsführer Jan Gorr, der nun frühzeitig auf der Position Planungssicherheit hat und sich nach einer passenden Verstärkung umsehen kann.

Publikumslieblinge bleiben

Es gibt aber auch gute Nachrichten für die vielen HSC-Fans: Die beiden Publikumslieblinge Florian Billek und Jan Kulhanek bleiben den Coburgern treu. Der Vertrag mit Rechtaußen Florian Billek, der momentan erneut bester Torschütze bei den Coburgern ist, wurde um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2023 verlängert. Sein Fünf-Jahres-Vertrag, den er 2016 damals noch mit Manager Wolfgang Heyder abgeschlossen hatte, läuft zum Saisonende aus.

Billek ist nach "Teilzeit-Aushilfe" Dominic Kelm der dienstälteste Spieler der Coburger. Der 32-jährige Rechtsaußen spielt bereits seit 2014 in der Vestestadt und ist nicht zuletzt durch seine emotionale und mitreißende Spielweise von Anfang an Publikumsliebling gewesen.

"Flo hilft uns durch seine Erfahrung und seine individuelle Klasse enorm, er identifiziert sich voll mit dem HSC und ist mittlerweile aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Darüber hinaus ist er seit Jahren ein absoluter Leistungsträger und Führungsspieler für uns. Ich freue mich sehr, dass wir uns auf die Verlängerung der Zusammenarbeit einigten", erklärt Gorr.

"Ich bin sehr froh, zwei weitere Jahre Teil des HSC zu sein. Für mich stand es nie wirklich zur Debatte, den Verein noch einmal zu wechseln, und ich freue mich, dass wir trotz der Corona-Umstände zum jetzigen Zeitpunkt bereits eine Einigung gefunden haben, um weiterhin erfolgreich zusammenzuarbeiten. Jetzt freue ich mich einfach auf die Rückrunde und werde weiterhin alles geben, um die gemeinsamen Ziele in der aktuellen Saison und den nächsten Jahren zu erreichen", sagt Billek.

Auch mit 40 Jahren noch im Tor

Jan Kulhanek bleibt dem HSC mindestens bis zum 30. Juni 2022 erhalten. Der 39-Jährige spielt seit 2015 im Tor des HSC und ist seitdem ebenfalls einer der Lieblinge der Coburger Fans. Durch seine ruhige Art und seine tollen Leistungen war "Wolle" in den vergangenen Jahren ebenfalls stets einer der Leistungsträger.

"Jan ist nicht nur aufgrund seiner riesigen Erfahrung, sondern auch als Mensch ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Er ist ein echter Profi und damit ein Vorbild gerade auch für unsere jungen Spieler, denen er immer mit Rat und Tat zur Seite steht", lobt Gorr. "Meine Familie und ich freuen uns sehr, dass wir auch in der kommenden Saison weiter in Coburg sind und gemeinsam ehrgeizige Ziele verfolgen. Am liebsten dann natürlich wieder mit unseren Fans in der HUK-Coburg-Arena. Denn das fehlt uns in dieser Saison sehr", sagt Jan Kulhanek.

Dritter Test innerhalb einer Woche

Die Stimmung im Lager der "Gelb-Schwarzen" ist nach Angaben des Geschäftsführers derzeit sehr gut. Weitere Personalgespräche laufen auf Hochtouren und Gorr ist auch zuversichtlich, dass er dabei die erhofften Erfolge für seinen HSC erzielen kann. Sollte am Wochenende auch der dritte Corona-Test innerhalb einer Woche zur Zufriedenheit aller ausfallen, kann das Team auch im Mannschaftstraining wieder "Vollgas" geben und sich auf die ersten beiden Auswärtsspiele in Stuttgart und Balingen vorbereiten. Diese Partien im Februar sind im bisher verzweifelt geführten Abstiegskampf jedenfalls richtungsweisend. "Da sollten wir keinesfalls leer ausgehen", fordert Gorr jetzt schon.