Vor fast 21 Jahren, nämlich am 10. März 2000, trafen sich im Coburger Rathaus 17 Handballbegeisterte, um nach zahlreichen Vorgesprächen die Gründung des HSC 2000 Coburg-Neuses umzusetzen. Ziel: Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga!

Nach jahrzehntelangen Rivalenkämpfen gelang es, die Handballer vom TV 1848 Coburg, TV Ketschendorf, Coburger Turnerschaft und TV Neuses unter einen Hut zu bringen. Zunächst eben noch als HSC 2000 Coburg-Neuses. Ein Zugeständnis an die Handballfans im Coburger Westen, die die Spielklasse und viel Spielerpotenzial einbrachten. Norbert Kastner, der handballbegeisterte Oberbürgermeister von damals, wurde erster Präsident des HSC: "Wir wollen etwas Großes auf den Weg bringen." Und der HSC ließ in den Jahren danach Taten folgen.

130 verschiedene Spieler liefen seit dem für die erste Mannschaft der Coburger auf und in knapp 21 Jahren schwangen zehn Trainer das Zepter bei den "Gelben". Wir blicken zurück:

Erster Übungsleiter war von Juli 2000 bis Juni 2002 Ralf Baucke, der noch heute als Co-Trainer des aktuellen Trainers Alois Mraz seinen Mann an der Seitenlinie steht. Er wurde 2002 vom umstrittenen Dieter Schulz beerbt, der wegen Erfolglosigkeit bereits vier Monate später im November freigestellt wurde. Baucke damals zum Trainerwechsel: "Na dann gute Nacht Coburger Handball."

"Wolfi" - "Cveba" - "Wolfi"

Es folgte die erste Amtszeit von Wolfgang Schuhmann, der mit dem HSC von Ende 2002 bis Mitte 2005 große Erfolge in der Angerhalle feierte. Er machte Platz für einen ganz Großen: Olympiasieger Hrvoje "Cveba" Horvat übernahm das Team. Fast vier Jahre leitete der Kroate die Geschicke des Teams, ehe er im Februar 2009 von seinem Vorgänger abgelöst wurde: "Wolfi" Schuhmann stieg wieder als Interimstrainer für fünf Monate ein.

Das "Missverständnis" Sviridenko

Der nächste Trainer war ab Juli 2009 wieder ein Profi: Norbert Kastner holte den Weißrussen Georgi Sviridenko, um seine gut bezahlten Profis aus der "Komfortzone" zu holen, wie der Präsident damals ankündigte. Doch Sviridenko wurde in Coburg zu einem großen Missverständnis, denn nach nicht einmal einem halben Jahr war kurz vor Weihnachten 2009 die Zusammenarbeit mit dem "harten Hund" beendet. Der aus HSC-Sicht teure Zwei-Jahres-Vertrag musste erfüllt werden.

Nachdem Ex-Nationalspieler Christian Rose gemeinsam mit Ralf Baucke und Andreas Müller für drei Monate eingesprungen waren, wurde im Februar 2010 Raimo Wilde verpflichtet. Die emotionale Amtszeit des "Dachdeckers" endete nach Meinungsverschiedenheiten schon im Oktober. Die Saison 2010/2011 brachte der "Klatscher" - also Zdenek Vanek - zu Ende, ehe erneut Publikumsliebling "Cveba" Horvat in die Wahlheimat Coburg zurückgelotst wurde und das unruhige HSC-Schiff in sicheres Fahrwasser führte.

Er übergab im Sommer 2013 an den späteren "Meistermacher": Jan Gorr. Innerhalb von sieben Jahre führte der Hesse die Vestestädter zweimal in die 1. Liga. Der Traum der Gründungsmitglieder ging in Erfüllung. Gorr wechselte im Sommer letzten Jahres auf den Geschäftsführerposten und installierte seinen Nachfolger: Der Vertrag mit dem jungen Tschechen Alois Mraz läuft vorerst bis Sommer 2022.

Die Vergangenheit

2000/01: 2. Platz Oberliga Bayern

2001/02:1. Platz  Oberliga Bayern

2002/03: 11. Platz Regionalliga Mitte

2003/04: 6. Platz Regionalliga Mitte

2004/05: 3. Platz Regionalliga Mitte

2005/06: 5. Platz Regionalliga Süd

2006/07: 1. Platz Regionalliga Süd

2007/08: 4. Platz 2. Liga Süd

2008/09: 15. Platz 2. Liga Süd

2009/10: 17. Platz 2. Liga Süd

2010/11: 12. Platz 2. Liga Süd

2011/12: 5. Platz  3. Liga Ost

2012/13: 3. Platz  3. Liga Ost

2013/14: 1. Platz 3. Liga Süd

2014/15: 8. Platz  2. Bundesliga

2015/16: 3. Platz  2. Bundesliga

2016/17: 18. Platz  1. Bundesliga

2017/18: 4. Platz  2. Bundesliga

2018/19: 3. Platz  2. Bundesliga

2019/20: 1. Platz   2. Bundesliga

2020/21: 1. Bundesliga

" Gelbe Fakten"

Im ersten Teil unserer vierteiligen Serie "Gelbe Fakten" geht es heute um die bisherigen Trainer beim Handball-Bundesligisten HSC 2000 Coburg. Es waren zehn. Es folgen weitere Beiträge über die wichtigsten Funktionäre und über die besten Torjäger der Vestestädter. Im vierten und letzten Teil berichten unsere Autoren Christoph Böger und Ralph Bilek dann über die eine oder andere Kuriosität, die sich in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten beim HSC ereignet hat.