Um halb Fünf am Mittwochmorgen sind die Spieler von Eintracht Frankfurt zurückgekehrt. An der Arena stiegen müde Helden aus dem Bus, verletzt, geschunden, humpelnd, aber glücklich. "Die Mannschaft geht auf dem Zahnfleisch", hatte Sportvorstand Fredi Bobic noch im Borussia-Park nach dem erfolgreichen Elfmeterkrimi festgestellt, "sie haben einen Pokalfight vom Allerfeinsten abgeliefert." Und einige haben dafür ziemlich bezahlt. Vor allem Marius Wolf.

Bei einem Zweikampf mit Jannik Vestergaard hat er sich die Schulter ausgekugelt. Der einstige Jugendspieler des VfB Einberg musste runter und wurde gleich in eine Gladbacher Klinik gefahren. Die Rückfahrt nach Frankfurt trat er mit Schiene an rechten Schulter an. Es sei ein "Unglück" für den Spieler, sagte Bobic. Wie lange Wolf ausfallen wird, ist noch offen und abhängig davon, ob und wie stark auch Bänder in Mitleidenschaft gezogen wurden. Bobic: "Wir hoffen, dass er es bis zum Finale packen kann. Sonst ist er eben so dabei, dann tragen wir ihn nach Berlin, wenn es sein muss.

Großes Pech also für den 21-Jährigen, der erst in der Winterpause vom Zweitligisten Hannover 96 nach Frankfurt kam (wir berichteten). Nach seinem Wechsel vom TSV 1860 München zu Hannover 96 spielte er fast nur im Regionalligateam der Niedersachsen, schaffte allerdings dann bei den Hessen in kurzer Zeit den Sprung in den Profikader und hat bei Frankfurts Trainer Niko Kovac gute Karten. Wir sprachen mit dem in Coburg geborenen Ex-Clubberer: oph


Hallo Marius, wie fühlt man sich, wenn man auf einmal doch wieder Bundesligaspieler ist?
Marius Wolf: Es ist natürlich ein gutes Gefühl. Mich freut es sehr, dass es hier in Frankfurt geklappt hat und ich mich einbringen konnte und spielen durfte.

Nach Ihrem Wechsel von 1860 München zu Hannover im Januar 2016 lief es nicht so gut. Sie sind innerhalb eines Jahres von der 2. Liga runter in die Regionalliga. Das lag wohl zum einen an einer Verletzung - und woran noch?
An der Verletzung lag es eigentlich nicht, weil ich danach unter Thomas Schaaf zwei Spiele in der Bundesliga bestritten habe. Bis dann der neue Trainer kam und er nicht unbedingt mit mir geplant hat. Es war keine einfache Zeit, aber ich glaubte an meine Chance.

Als Glücksfall dürften Sie das Angebot der Eintracht auf jeden Fall begriffen haben? Oder waren Sie sich immer sicher, dass Sie es noch packen würden in Hannover?
Als das Angebot der Eintracht kam, habe ich nicht lange überlegen müssen. Es war die Chance, die ich unbedingt nutzen wollte, um wieder in der 1. Bundesliga zu spielen.

Unter Niko Kovac kommen sehr viele Spieler zum Einsatz - was sicher gut ist. Was aber auch heißt, dass sehr viel getauscht und gewechselt wird, personell und auch positionstechnisch...
Natürlich ist es für mich persönlich gut gewesen, dass viel rotiert wurde. Aber ich denke auch, dass der Trainer immer die bestmögliche Mannschaft, die er zur Verfügung hat, aufstellen will.

Wenden wir uns noch kurz dem Typen Marius Wolf zu. Was sind Sie für einer? Was bewegt Sie, was interessiert Sie, was bringt ein Oberfranke mit ins Leben und nach Frankfurt?
Ich bin ja nicht so weit weg von meiner Familie und Freunden, die mich hier in Frankfurt auch schon öfters besucht haben. Dieses Umfeld brauche ich. Ansonsten interessiere ich mich hauptsächlich für Sport, vor allem für Fußball und Basketball. Und ich gehe gerne essen. Ich habe zusammen mit meiner Freundin auch schon versucht, die Stadt etwas mehr kennenzulernen.

Bei wem fiebern Sie am meisten mit, wenn Sie Fußball im Fernsehen oder im Stadion schauen?
Wenn mein Vorbild Cristiano Ronaldo spielt, dann schaue ich mir gerne Spiele von Real an.

Die Fragen stellte Roland Stipp