Mehmet Ciray ist nicht mehr Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Bosporus Coburg. Der bisherige Übungsleiter trat am Dienstagabend vor dem Training vor sein Team und erklärte in einer, wie er selbst sagt, sehr emotionalen Ansprache die Gründe für seinen Rücktritt.

Natürlich war in erster Linie die sportliche Talfahrt der 1. Mannschaft ausschlaggebend. Derzeit belegen die Männer vom Hinteren Floßanger mit neun Zählern aus 16 Spielen bei einem Torverhältnis von 14:44, punktgleich mit dem SV Dörfleins, den letzten Platz in der West-Gruppe. Am 1. Rückrunden-Spieltag unterlag das Team am Sonntag trotz einer spielerisch durchaus ansprechenden Leistung in der ersten Halbzeit beim Tabellendritten DJK Don Bosco Bamberg wieder einmal deutlich mit 0:5, weil die Mannschaft nach dem Rückstand keinen Willen erkennen ließ und auch die Mittel dazu nicht hatte, die Partie noch zu drehen.


Bei allen Spielern bedankt

"Ich habe mich in einem emotionalen Gespräch von den Spielern und der Vorstandschaft verabschiedet. Ich habe mich dabei bei allen Spielern und Verantwortlichen für die gute Zusammenarbeit herzlich bedankt. Es war wahrlich nicht immer einfach, denn wir haben in all der Zeit viele schwierige Phasen durchlebt und dennoch gemeinsam alles durchgezogen", erklärt Ciray, der diesem Verein nach eigenen Worten nach wie vor eng verbunden bleiben wird.

Er habe trotz des ausbleibenden sportlichen Erfolges auch viele sehr positive Momente erlebt. Die Mannschaft habe vor der Winterpause jetzt noch vier Spiele, davon drei zu Hause: "Ich wollte ihr die Möglichkeit geben, sich total darauf zu konzentrieren und insbesondere in den Heimspielen zu punkten."


"Egal wie, sie können es packen"

Ciray ist der Überzeugung, dass die Spieler in diesen "wichtigen und richtungsweisenden Spielen" eine andere Ansprache brauchen. Er ist immer überzeugt, dass seine Ex- Jungs den Klassenerhalt schaffen können: "Egal wie, sie können es packen." Und wenn nicht, dann sei es eine Chance, sich in der Kreisliga neu zu orientieren.

Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten wird es zwischen dem scheidenden Trainer und dem Klub nach den Worten Cirays nicht geben: "Ich denke Bosporus Coburg hat sich viel Respekt erarbeitet. Der Klub hat es verdient, dass auch weiterhin guter Fußball auf dem vereinseigenen Gelände gespielt wird." Und abschließend beteuert Ciray gegenüber dem Tageblatt: "Ich habe persönlich mein Bestes für den Verein und für die Mannschaft gegeben. Wir trennen uns im sehr guten Verhältnis und werden uns auch in Zukunft respektvoll bei einem Tee über alte Zeiten unterhalten können. Genauso muss es ablaufen."


Nachfolge ist noch offen

Wer die Nachfolge von Mehmet Ciray antritt, ist derzeit noch offen. Interimsweise wird Ex-Assistent Norbert Rebhan, der zwischenzeitlich auch schon sein Amt zur Verfügung gestellt hatte, das Team bis zur Winterpause betreuen, nachdem während der Vorrunde Co-Trainer Ertan Sener nach Meinungsverschiedenheiten zurückgetreten war.