"Ich habe mich beim ersten Blick sofort in die Hütte verliebt." Gute Voraussetzungen für den 54-jährigen Hans-Jürgen Ühlin. Er will mit seiner Frau und seinem "Ziehsohn" Torsten Klein nämlich wieder "Leben in die Bude" auf dem Neustadter Hausberg bringen, sprich Gäste in der Arnoldhütte verwöhnen. Der erfahrene Gastronom, der seit seinem 16. Lebensjahr als Koch arbeitet, will bereits Mitte Oktober öffnen.

Noch eine Pizza in Gundelsdorf

Gemeinsam mit seiner Frau und seinem Angestellten Torsten Klein (30) sprüht das Team nur so voller Tatendrang. Kein Wunder, denn zuletzt war es in der Gastronomie ziemlich ruhig geworden. Das spürten auch die Ühlins in ihrer Gundelsdorfer Pizzeria (Kreis Kronach), die sie erst am 8. März voller Enthusiasmus eröffneten, um dann sofort Corona Tribut zollen zu müssen. Doch der in Freiburg groß gewordene Unternehmer, der mit einem Geschäftspartner noch eine Firma führt, die landwirtschaftliche Maschinen nach Marokko liefert, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Er blickt nach vorne, ist Daueroptimist und hat ein Motto. Das da lautet: "Geht nicht, gibt's nicht!" Ühlin leitete bereits mit 22 Jahren sein erstes Bistro in Freiburg, kochte danach in einer "Bayerischen Wirtschaft" in Lörrach, stand anschließend hinter dem Herd in der "Alten Stadtmühle" in Schopfheim und sammelte Erfahrungen im Ausland.

Viele Erfahrungen gesammelt

Er war als Koch in Italien, in der Schweiz, in Österreich und sogar in Hongkong tätig. Er servierte auch schon im Fernsehen mit Sternekoch Alexander Herrmann. "Mit meinem Freund Alexander kann ich mithalten", schmunzelt Ühlin, der sicher ist, dass er für die Muppberg-Hütte und den vielen Gästen aus der Region genau der richtige Mann ist.

"Wir wollen vor allem familienfreundlich sein und allen etwas bieten. Mir ist auch der Erhalt und die Förderung der Arnoldhütte wichtig." Sein Repertoire ist umfangreich: Egal ob hausgemachte Kuchen und Torten am Nachmittag, Flammkuchen und zünftige Brotzeiten am Abend oder der Mittagstisch mit Klößen am Sonntag. "Das Klößemachen hat mir meine Mutter gelernt", sagt der stolze Familienvater. Seine beiden jüngsten Söhne heißen Chris und Alex.

Ühlin stellt sich eine urige Almhütte mit fränkischen und österreichischen Spezialitäten vor, kombiniert mit kreativen und saisonalen Gerichten. "Es wird nicht nur Brotzeitplatten geben, sondern auch blaue Zipfel, Obatzter und Schäufele", verspricht der in Gundelsdorf wohnende Hundefreund. Später will er italienische Spezialitäten aus dem eigenen Pizzaofen anbieten.

Schneekanonen und Wärmepilze

Wohlwissend, dass er all seine Ideen nicht von heute auf morgen in der Bayerischen Puppenstadt realisieren kann, plant der im Hotel- und Gaststättenverband organisierte Wirtsmann dennoch langfristig zahlreiche Veranstaltungen und Außergewöhnliches auf dem Berg: ein Lichterfest im Herbst mit aufwendiger LED-Beleuchtung, Life-Musik, Wärmepilzen im Biergarten, ein Sandkasten im Freien und eine Spielecke im Haus. Oder an Ostern auch eine organisierte Eier-Suche für die Kleinsten im Wald.

Ein Kürbisfest oder eine Gelateria mit diversen Eis-Variationen. Sogar eine Schneebar soll es geben - "notfalls setzen wir auch eine Schneekanone ein". Geplant ist außerdem, dass täglich ein Shuttle-Bus-Service für die Besucher eingesetzt werden kann. Wenn alles nach den Vorstellungen des Chefs läuft, dann will Ühlin eines Tages auch seine beiden Pferde einsetzen: "Ich kann mir gut vorstellen, dass eine Kutsche den Muppberg hochfährt.

Kutschenfahrt und Märchenpfad

Doch damit nicht genug: Seine Frau Michaela hat bereits die ersten Ideen für den künftigen Märchenpfad rund um die Arnoldhütte. Es sollen kleine Stationen an Bäumen oder Ecken entstehen, an denen Märchen zu hören sind: "Der Prinzregententurm eignet sich ideal für Rapunzel", freut sich das "Mädchen für alles", wie sie sich selbst gerne bezeichnet. Und ein weiteres Talent teilt die künftige Hütten-Wirtin auch mit ihrem Pizzakoch aus Gundelsdorf, der bei Hochbetrieb auf der Neustadter Hütte aushelfen wird. "Beide können hervorragend singen und unsere Gäste spontan überraschen", weiß Geschäftsführer Torsten Klein aus eigener Erfahrung.

Pachtvertrag läuft drei Jahre

Noch gibt es jede Menge zu tun, bevor die Ühlins tatsächlich öffnen können. Doch die neuen Pächter, die einen Vertrag für die nächsten drei Jahre mit dem Verschönerungsverein geschlossen haben, hoffen nun, dass die Stadt im Außenbereich der Hütte noch tatkräftig Hand anlegt. Auch die neuen Wirtsleute müssen nach Überzeugung von Torsten Klein bis Mitte Oktober noch einige Hausaufgaben erledigen.

Mit einer eigenen App

"Die Homepage, Facebook und Instagram bringen wir auf Vordermann. Außerdem wollen wir eine eigene App für die Arnoldhütte installieren". Mit dieser App können Gäste über das Internet im Voraus bestellen. "Wenn die Leute dann erschöpft in die Hütte kommen, steht alles schon auf dem Tisch", verspricht der Koch.