Fußball ist ein Ergebnissport. Und genau darin könnte das Problem des FC Coburg liegen. Der 1:0-Sieg vor rund 300 Zuschauern im ersten von zwei Relegationsspielen gegen die SpVgg Selbitz war zwar hochverdient, fiel jedoch deutlich zu niedrig aus. Die Vestekicker hätten den Sack bereits zu machen können, vielleicht sogar müssen. So aber bleibt das Landesliga-Duell spannend und die technisch beschlagene Truppe von Trainer Lars Scheler muss sich auf einen "heißen Tanz" am Samstag ab 16 Uhr in Selbitz gefasst machen.

Angst und Bange muss den Coburgern aber nicht sein, denn am Mittwochabend wurde quasi über die gesamte Spielzeit deutlich, weshalb sie während der Punktrunde zwölf Zähler mehr holten als ihr Gegner: Der FCC wirkte spritziger, technisch um Längen voraus, taktisch effektiver - nur vor dem Tor klappte es nicht wie erhofft. Gleich dreimal trafen Tevin McCullough (2) und Ricardo König Aluminium im ersten Durchgang. Letzterer versemmelte eine Viertelstunde vor Schluss auch noch völlig frei vor dem gegnerischen Keeper eine glasklare Einschusschance. Der Youngster wirkte zu unentschlossen vor dem Kasten.

Es war aus Coburger Sicht zum Haareraufen. Spätestens in diesem Moment begannen auch die kühnsten Optimisten zu zweifeln. Denn zu diesem Zeitpunkt war auch schon der von den FCC-Anhängern erhoffte "Sam-Effekt" nach dessen Einwechslung verpufft. Ob heute noch einer reingeht?

Die Antwort lautete Ja. Sertan Sener, der Kapitän der "Roten", die ganz in Schwarz aufliefen, fühlt sich auf seinem "Wohnzimmer-Teppich" bekanntlich wohler als alle anderen Spieler auf dem schnellen Kunstrasenplatz. Der Mittelfeldspieler mit ständigem Drang zum Tor hatte nämlich noch eine "Patrone im Colt". Und was für eine: Nach einem missglückten Pass in die Tiefe kam er noch einmal in Ballbesitz, versierte das lange Eck aus 24 Metern exakt an und traf den kurz zuvor aufspringenden Ball perfekt. Noch bevor die Kugel im Netz zappelte, riss er bereits beide Arme in die Höhe. Im Gegensatz zum Selbitzer Keeper hatte er die beste Sicht und sah seinen Schuss ins Glück fliegen!

Ein Klassetor sechs Minuten vor dem Ende. Der Dank seiner Mitspieler und der seines auf den Platz stürmenden Trainers Lars Scheler war ihm sicher.

Das 1:0 ist eine gute Basis, aber längst noch nicht die halbe Miete. In Selbitz auf Gras kann viel passieren. Der Gegner deutete phasenweise seine harte Gangart an und zeigte bei zwei gefährlichen Eckbällen seine Kopfballstärke. Außerdem wird das Publikum am Samstag eine ganz andere Rolle spielen, als das gestern an der Wiesenstraße der Fall war.

Doch wie gesagt, Bange sein muss dieser Coburger Mannschaft nicht. Sie muss ihre Qualität nur in Tore ummünzen, denn Fußball ist und bleibt ein Ergebnissport!