Mateuz geht in die dritte Klasse, aber in den Hörsälen der Hochschule Coburg kennt er sich gut aus. Bereits zum vierten Mal nimmt er an der Kinderuni teil: Das Experimentierlabor Küche hat es ihm diesmal angetan. Zusammen mit seinen Freunden Marvin und Linus will er wissen, wie aus Mais Popcorn, aus einem rohen Ei ein Omelette wird. Der Dozent Klaus Horbaschek geht gleich in die Vollen: "Warum kochen wir eigentlich unser Essen?", fragt er und die Kinder kommen sofort auf Antworten: Abtöten von Keimen, weichkochen, besserer Geschmack. Dann erfahren sie unter dem Mikroskop den Unterschied zwischen rohen und gekochten Kartoffeln, lernen, dass alte Eier im Wasser schwimmen und Rotkohlsaft eine Säureindikator ist.


"Cooler" Hörsaal

Warum es eigentlich Geld gibt und wer es erfunden hat, wollen Nancy (11), Luca (9), Felix (10), Sascha (9) und Anton (10) wissen. Sie sitzen in der Vorlesung von Jakob Hanke.
Die Jungs finden die Atmosphäre in so einem Hörsaal "cool", Nancy zieht doch eher ein Klassenzimmer vor. Auch Felix war schon mehrmals bei der Kinderuni - sie findet übrigens zum 14. Mal statt. Er freut sich schon auf die Mittagspause. Nudeln mit Tomaten- oder Hackfleischsoße werden in der Mensa serviert bevor es in die Turnhalle der CO II zum Auspowern geht.
Monika Faaß, die die Kinderuni von Anfang an organisiert, ist immer noch begeistert: "Die zwei Veranstaltungen im Jahr sind ein absolutes Highlight." Den Kindern macht es Freude, die Rückmeldungen der Eltern sind durchweg positiv. "Über 40 ehrenamtliche Helfer - meistens Studierende - sind motiviert und engagiert. Auch immer wieder Professoren zu gewinnen, sie manchmal auch überzeugen zu müssen, ist eine Herausforderung, die mir Spaß macht", sagt Monika Faaß und lacht.
Zwei Vorlesungen dürfen sich die Kinder jeweils heraussuchen. Nach der Mittagspause geht es weiter. Werner Thar erzählt über das Leben eines Gladiators und Christina von Obstfelder erklärt, was Noten bedeuten. Am Ende wissen die Kinder, dass auch die eigene Einschätzung des Wissens wichtig ist. "Mein Ziel ist es, die Kinder dafür zu sensibilisieren, dass die Zahl nur begrenzt vergleichbar, gleichzeitig die Bewertung von Leistungen für Lehrer eine sehr anspruchsvolle Aufgabe ist", betont die Dozentin. Mit einem Diplom in der Hand, stolz wie kleine Gladiatoren verlassen nicht nur Luca und Felix gegen 14.30 Uhr den Campus.