Das Collegium musicum der Coburger Gesellschaft der Musikfreunde besitzt viele treue Fans. Denn nach vielen erfolgreichen Jahren mit sommerlichen Serenaden auf der Veste haben die Anhänger des traditionsreichen Streichorchesters den Umzug nach Ahorn ganz selbstverständlich in großer Zahl begleitet. Auch die zweite Serenade in Ahorn war bestens besucht - obwohl das Konzert im vergangenen Jahr witterungsbedingt kurzfristig in die Schlosskirche verlegt werden musste.


Auch diesmal diente die Schlosskirche wieder als akustisch bestens geeignete Ausweichspielstätte - freilich nicht wegen drohenden Regens, sondern weil der böige Wind das Musizieren im Freien allzu arg behindert hätte. In der Kirche erlebten die zahlreichen Zuhörer eine ebenso kurzweilige wie abwechslungsreiche Programmfolge zwischen Frühklassik und Gegenwart - von Johann Stamitz bis Gerhard Deutschmann, bei der das Collegium musicum seine Stärken bestens zur Geltung bringen konnte.


Abgerundeter Klang


Unter der Leitung von Thomas Ehrle, der abwechselnd vom ersten Geigen- und vom Dirigentenpult aus das Orchester leitete, entfaltete das Collegium musicum von Anfang an abgerundeten und tragfähigen Klang. Das galt zum Auftakt bei einer energisch und klar konturiert interpretierten Sinfonie G-Dur von Johann Stamitz ebenso wie später bei zwei schwelgerischen Andante-Sätzen von Felix Mendelssohn.


Zum Erfolg der sommerlichen Serenaden trugen auch in diesem Jahr wieder Solisten bei, die in der Region bestens bekannt sind. So gefiel Angelika Stirner-Ebert, Flötistin im Philharmonischen Orchester des Landestheaters, mit gesanglicher, warmer Tongebung in Joseph Haydns D-Dur-Flötenkonzert.


Einprägsame Melodik


Im Repertoire des Collegiums musicum finden sich seit vielen Jahren Werke des in Ahorn lebenden Komponisten Gerhard Deutschmann, der dem Kammerorchester zudem als stets zuverlässiger Cembalist eng verbunden ist. In seinen Werken kombiniert Deutschmann einprägsame Melodik mit behutsam erweiterter Tonalität.


Schottische Suite


In seinem Doppelkonzert für Violine, Cello und Streichorchester brillierten Megumi Ikeda, koordinierte 1. Konzertmeisterin des Landestheaters, und die Cellistin Ulrike Gossel als bestens harmonierendes Solisten-Duo. Den musikantischen Schwung der Ecksätze entfalteten sie gemeinsam mit dem Collegium musicum ebenso überzeugend wie den melodischen Charme der ruhigen Abschnitte.


Tänzerische Sätze


Klangvoll geriet nach der Pause auch Deutschmanns Schottische Suite mit ihren tänzerisch anmutenden Sätzen. Nach einem weiteren Mendelssohn-Andante bildete Schuberts A-Dur-Rondo für Violine den gelungenen Abschluss, wiederum mit Megumi Ikeda als souveräner Solistin.