Sie lieben ihre Schwäne, die Ahorner. Seit dem Frühjahr werden die eleganten Vögel aufmerksam beobachtet, fotografiert und gefüttert. Schließlich haben sie auf dem großen Teich nahe dem Schloss ihre Kinderstube eingerichtet. So etwas hat nicht jeder vor der Haustür. Jetzt sitzen die Schwäne auf dem Trockenen - genauer gesagt auf dem Schlamm. Der Teich wurde abgelassen. Prompt meldete sich ein besorgter Bürger in der Redaktion und machte auf die Situation der Vögel aufmerksam.

Ein Problem ist es allerdings für Schwäne nicht, wenn so ein Teich abgelassen wird. Frank Reißenweber, Biologe und Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz in Coburg, gibt Entwarnung. "Die Vögel können in kurzer Entfernung andere Gewässer wie den Goldbergsee oder das Maintal erreichen", sagt er.
Dass Schwäne den Winter hier bei uns verbringen, ist nicht ihr natürliches Verhalten, weiß der Biologe.

Schwäne werden gut gefüttert

"Wenn die Leute die Tiere nicht so stark füttern würden, wäre es normal, dass sie dem Winter ausweichen", erklärt er. Die Schwäne würden sich dann zuerst in Richtung Bodensee zurückziehen. Wird es auch in dieser Region ungemütlich, könnten sie das Tal der Rhone hinunterziehen bis zum Mittelmeer und in der Camargue überwintern, ehe sie dem Frühling von Süden nach Norden folgen, um wieder zu ihren Stammgewässern zu kommen.

Werden sie aber gut gefüttert, gibt es für die Schwäne keinen Grund mehr zu ziehen. Sie bleiben selbst bei starkem Frost hier. "Wir bekommen dann immer die Notrufe, wenn Leute meinen, ein Schwan sei festgefroren", berichtet Reißenweber. Oft blieben die Tiere aber einfach nur regungslos sitzen, um Energie zu sparen, nicht, weil sie angefroren sind, erklärt der Fachmann.