Sandra Woller hat einen Traum - einen großen Traum, groß mit drei "o": Singen! Und zwar vor richtig vielen Leuten. 10 000 dürften es schon sein, sagt die junge Coburgerin selbstbewusst, die in wenigen Wochen 17 wird. Das Selbstbewusstsein ist hart erarbeitet, aber das Singen wurde ihr praktisch in die Wiege gelegt. "Ich singe, seit ich sprechen kann. Schon als Kind hab' ich vor meinem Dad getanzt und gesungen", erzählt sie im Gespräch mit dem Tageblatt und strahlt.

10- bis 20-mal, so schätzt Sandra Woller, hat sie schon auf der Bühne vor richtigem Publikum gestanden - etwa beim bunten Abend ihrer ehemaligen Schule, der Realschule CO II. In diesem August soll sie außerdem fünf Lieder auf einer Hochzeitsfeier singen. Hat sie kein Lampenfieber? Nein! "Auftreten ist geil!", sagt sie begeistert. "Wenn man zwei, drei Minuten auf der Bühne steht, vergisst man, dass da Leute davor stehen." Still mit dem Mikro in der Hand auf der Bühne zu stehen ("deswegen singen Mädels gern Balladen"), ist allerdings nicht Sandras Ding. Sie braucht Bewegung. "Ich bin halt ein bisschen verrückt!"

So wichtig Sandra die Musik ist, so realistisch und zielstrebig ist sie aber auch, was ihre Zukunft angeht. "Ich würde niemals die Schule hinschmeißen", sagt sie. Schließlich habe sie darum kämpfen müssen, ihr Abitur machen zu dürfen. "Ich habe einen Plan B!" Der sieht so aus: eine Ausbildung machen - vielleicht in Richtung Industriekauffrau oder Bibliothekarin - und dann studieren.


Casting-Show? Nein, danke!
Eine Erfahrung, die sie schnell wieder abgehakt hat, ist die Teilnahme an einer Casting-Show. Die 16-Jährige hatte sich bei "Deutschland sucht den Superstar" beworben (die elfte Staffel läuft gerade bei RTL) und durfte in einem der Casting-Trucks in Schweinfurt "Thank you very much" von Margaret vorsingen. Viel mag sie darüber nicht erzählen, muss sie aber auch nicht. Wer die Sendung kennt und ein bisschen Medienerfahrung hat, der weiß auch so, dass es den Machern wohl nicht in erster Linie aufs Gesangstalent ankommt. Immerhin, das Urteil der Jury für Sandra lautete: "Gesanglich und stimmlich top"!

Beigebracht hat sie sich das alles selber: Singen, Gitarre, Atemtechnik, sogar ein bisschen Schlagzeug- und Keyboardspielen. "Ich habe viel geübt, einen Gesangslehrer hatte ich nie", sagt Sandra. Ihre Stimme klinge weich, wie eine Mischung aus Christina Aguilera und Rihanna. Am liebsten singt sie auf Englisch, zum Beispiel Titel von der kanadischen Band Nickelback. Aber auch eigene Songs hat die 16-Jährige schon geschrieben. Die bekommt allerdings vorerst keiner zu hören - zu groß ist ihre Befürchtung, dass sie geklaut werden könnten, wenn sie erst einmal im Internet veröffentlicht sind.

Abgesehen davon ist das Internet für Sandra Woller aber vor allem ein wichtiges Instrument, um sich und ihr liebstes Hobby bekannt zu machen. Sie hat eine eigene Facebook-Seite (www.facebook.com/sandra.woller16) und auch schon einige Videos auf Youtube hochgeladen.




Mit ihrem besten Freund hatte sie Anfang 2013 die vierköpfige Band "Red Mainstream" gegründet. Sandra war die Sängerin. Geprobt wurde auf dem ehemaligen BGS-Gelände. Nachdem der Bassist und der Schlagzeuger abgesprungen sind, liegt das Band-Projekt derzeit auf Eis. "Aber wir wollen sie jetzt langsam wieder aufbauen", berichtet sie. Ihr bester Freund habe auch schon neue Mitglieder im Auge.


Vier Songs im Tonstudio
Einen lang gehegten Wunsch erfüllte sich Sandra am vergangenen Freitag mit Unterstützung ihres Freundes: einen Besuch im Tonstudio in Bad Rodach. An dessen Werbeschild sei sie früher oft vorbeigelaufen und habe sich vorgenommen, irgendwann einmal dort zu singen. Vier Stücke hatte sie sich dafür ausgesucht: "She wolf" von David Guetta, "Error" von Madeline Juno, "Wrecking ball" von Miley Cyrus und "We remain" von Christina Aguilera. "Ich kriege dann davon eine CD und mp3-Dateien", erzählt Sandra. Und was macht sie dann damit? Die 16-Jährige lacht. "Ich habe eine Wette verloren, also muss ich die CD an vier Plattenfirmen schicken."


Autogrammwunsch
Sollte sie dort mit ihrer Stimme überzeugen, dann könnte es ihr häufiger so ergehen wie letzte Woche, als sie auf der Straße von einem Mädchen und einem Jungen angesprochen wurde. "Die haben mich gefragt, ob ich nicht die Sandra Woller von Youtube sei und wollten dann ein Autogramm", erzählt sie und kann es noch gar nicht richtig fassen. Auf Facebook postete sie ihr Erlebnis natürlich gleich. Kommentar eines Freundes: "Jo. Du bist auf dem richtigen Weg."

Wer Sandra Woller kontaktieren möchte, kann dies per E-Mail an: w17@gmx.de tun.