"Todeskante" - so nennt der Coburger Werner Weiß inzwischen die Stelle am Albertsplatz, an der sich in den vergangenen Monaten immer wieder Passanten verletzt hatten. Erst am 14. Juni musste der Rettungsdienst wieder zwei ältere Fußgänger, die sich blutende Wunden zugezogen hatten, verarzten und sogar ins Klinikum bringen, wie Weiß auf mehreren Fotos festgehalten hat.

Das Problem: Aus Richtung Markt wächst die schwarz abgesetzte Kante regelrecht aus dem hell gepflasterten Boden. Sie ist zunächst flach, steigt aber in Richtung Ketschentor immer weiter an bis zur gut 15 Zentimeter hohen Stufe. Diese ist nötig, um an der Bushaltestelle Albertsplatz/Zinkenwehr die erforderliche Höhe zum barrierefreien Einsteigen zu erreichen.

Stolperfalle für Fußgänger

Für Fußgänger allerdings gerät die Kante oft genug zur Stolperfalle.
Ihrem Namen "Todeskante" hat die Stufe bisher zum Glück keine Ehre gemacht, doch einige Verletzte hat sie in den vergangenen Monaten gefordert. In einem Fall soll es sogar zu schweren Kopfverletzungen gekommen sein. Um weiteren Unfällen vorzubeugen will die Stadt Coburg jetzt Poller aufstellen.

Am Donnerstagnachmittag hatte sich Weiß, der ein Haus am Albertsplatz besitzt, mit Vertretern der Stadt getroffen. Die beiden Amtsleiter Karl Beier (Bauamt) und Kai Holland (Ordnungsamt) sowie der Geschäftsführer der städtischen Wohnbau GmbH, Andreas Heipp, hatten sich vor Ort noch einmal ein Bild gemacht und wollen jetzt so schnell wie möglich handeln, wie Holland dem Tageblatt auf Anfrage mitteilte. "Wir werden direkt an der Kante drei oder vier Poller aufstellen", kündigte der Ordnungsamtsleiter an. Sein Kollege Heipp lasse derzeit ermitteln, wie viele benötigt würden. Die Poller sollen Fußgänger quasi dazu zwingen, links oder rechts von der Stufe entlangzulaufen und sie so davor bewahren, aus Versehen auf die Kante zu treten und zu straucheln.

Eigentlich, so findet Holland, sei die Kante optisch auffällig und gut erkennbar. Sogar ein Warnschild mit der Aufschrift "Achtung Stufe" wurde aufgestellt. Doch die Häufung der Stolper-Unfälle zeigt, dass das offenbar nicht genug ist. "Dann machen wir lieber jetzt gleich etwas dagegen", sagt Holland. Die Poller seien seiner Ansicht nach die "vernünftigste Lösung".

Holland: Sitzbänke wenig praktikabel

Werner Weiß habe vorgeschlagen, auf der Kante Sitzbänke aufzustellen, berichtete Holland. Das sei seiner Ansicht nach aber wenig praktikabel. Schlimmstenfalls würden Bänke an dieser Stelle noch zur nächsten Stolperfalle.

"Wir haben aber schon überlegt, zwischen den Pollern noch Ketten anzubringen", sagte Holland. "Aber das müssen wir ja nicht gleich machen." Erst einmal wollen die Verantwortlichen jetzt abwarten, wie die Schutzmaßnahme wirkt und bei Bedarf noch einmal nachbessern.