Er unterstützte die Forderungen der IG Metall im Tarifkonflikt der Metall- und Elektrobranche. In seiner Ansprache setzte Blüm auf klare Worte. Als "Zuhälter" bezeichnete Norbert Blüm die Chefs insbesondere kleinerer Leiharbeitsfirmen, die wenige Arbeitnehmer an Unternehmen verleihen. "Die Sau sitzt auf der Couch und lässt andere für sich arbeiten!" Eine der Forderungen der IG Metall in der aktuellen Tarifauseinandersetzung lautet: mehr Mitsprache der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern. Blüm, ehemaliger Bundesarbeitsminister unter Helmut Kohl, gab zu, einst selbst ein Anhänger der Leiharbeit gewesen zu sein. "Als Brücke - aber das ist keine Brücke mehr, sondern ein Parkplatz."

Auch der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn schloss sich Norbert Blüm an. Die Gewerkschaften hätten in den letzten Jahren eine zurückhaltende Lohnpolitik gezeigt.
"Deshalb ist es richtig, in besseren Zeiten mehr Lohn zu verlangen." Das bedeute auch eine Steigerung der Kaufkraft. "Nur Arbeitnehmer, die etwas verdienen, können auch etwas kaufen. Autos kaufen keine Autos!"


"Junge Leute brauchen Sicherheit"



Unbefristete Übernahme der Auszubildenden: So lautet die dritte Forderung der IG Metall. Norbert Blüm erinnerte an seine Lehre zum Werkzeugmacher bei Opel in Rüsselsheim. Damals sei es noch selbstverständlich gewesen, dass die Lehrlinge übernommen werden. "Junge Leute, die etwas gelernt haben, brauchen die Sicherheit, dass sie weiterarbeiten können." Ohne diese materielle Basis würden sich viele nicht trauen, eine eigene Familie zu gründen. "Deshalb lautet die Forderung: Wer eine Ausbildung hinter sich gebracht hat, muss übernommen werden!"

Jürgen Apfel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Coburg, betonte, eine Einigung mit den Arbeitgebern gebe es nur, wenn diese alle drei Forderungen der Gewerkschaft erfüllen. Der nächste Verhandlungstermin ist in einer Woche.