Stressige Tage stehen Gabriele Amend, der Rechtsrätin der Stadt, bevor. Als Wahlleiterin muss sich die Juristin binnen weniger Tage gleich mit zwei Wahlterminen beschäftigen: der Landtags- und Bezirkstagswahl (Sonntag, 15. September) sowie der Bundestagswahl (Samstag, 22. September). Da gibt es jede Menge zu organisieren und vorzubereiten.
Zu einem Problem - nicht nur in Neustadt, sondern inzwischen bundesweit - wird es dabei immer mehr, genügend Freiwillige zur Auszählung der Stimmen zu finden. Deshalb gibt es einen Aufruf der Stadtverwaltung, sich als Wahlhelfer zur Verfügung zu stellen. Das Tageblatt hat mit Gabriele Amend über dieses wichtige Ehrenamt gesprochen.

In Bayern stehen demnächst gleich zwei Wahl-Sonntag hintereinander an.
Wie viele Helfer sind dabei im Stadtgebiet im Einsatz?

Gabriele Amend: Zur Auszählung der Landtagswahl wurden 192 Wahlhelfer und zur Auszählung der Bundestagswahl 144 Wahlhelfer eingeteilt. Bei der Landtagswahl habe ich zwei zusätzliche Beisitzer in den Wahlvorstand berufen, weil neben der Landtagswahl auch die Bezirkswahl und fünf Volksentscheide auszuzählen sind.

Für welche Bereiche/Stadtteile sucht denn die Stadt besonders dringend Wahlhelfer?
Derzeit sind alle Wahlvorstände besetzt. Es kommt aber immer wieder vor, dass eingeteilte Wahlhelfer aus persönlichen Gründen noch kurzfristig absagen müssen. Im Wahlbezirk Fechheim, Fürth am Berg und im Wahlbezirk im evangelischen Jugendheim habe ich derzeit keine Ersatzleute mehr.

Die Wahlhelfer bekommen zwischen 20 und 40 Euro Erfrischungsgeld. Ist das Geld oder der Spaß an der ehrenamtliche Aufgabe der Anreiz für ihre Helfer?
Das Erfrischungsgeld ist sicher kein Anreiz, den freien Sonntag für die Ehrenamtsaufgabe zu opfern. Vielen Helfern macht es Spaß, gemeinsam eine gar nicht so einfache Aufgabe zu bewältigen. Außerdem ist es sehr spannend, das Wahlergebnis - wenn auch in einem winzigen Teilbereich - als Erster zu erfahren.

Sind als Wahlhelfer besondere Eigenschaften gefragt?
Wahlhelfer müssen sehr zuverlässig und akkurat sein und das Amt unparteiisch ausüben. Eine gewisse Ausdauer ist natürlich auch notwendig, da bei manchen Wahlen die Auszählung erst in den späten Nachtstunden abgeschlossen ist.

Was passiert eigentlich, wenn eine Stadt partout nicht genügend Helfer zusammenbekommt. Kann man als Bundesbürger dazu verpflichtet werden, bei der Auszählung der Stimmen mitzuhelfen?
Nach dem Gesetz ist jeder Wahlberechtigte zur Übernahme des Ehrenamts verpflichtet. Das Ehrenamt kann nur aus wichtigen Gründen abgelehnt werden. Rein theoretisch könnte gegen Personen, die das Ehrenamt verweigern, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden. Ich bin aber zuversichtlich, dass es immer gelingen wird Freiwillige zu finden, die gerne diese wichtige Aufgabe wahrnehmen.

Rund um die Landtags- und Bundestagswahl

Ehrenamt Der Dienst für die zusätzlichen Helfer beginnt um 18 Uhr und ist beendet, wenn die Auszählung der Wahl im jeweiligen Wahllokal abgeschlossen ist, Als Wahlhelfer können aus rechtlichen Gründen nur Personen eingesetzt werden, die bei der Landtagswahl in Neustadt stimmberechtigt sind.

class="artFett">Belohnung Als Anerkennung für ihren Einsatz erhalten die Wahlhelfer ein "Erfrischungsgeld" von 20 Euro. Die ganztags eingesetzten Helfer erhalten 40 Euro.

Kontakt Wer das Team der Wahlhelfer in der Stadt Neustadt unterstützen möchte, kann sich bei Gabriele Amend, der Leiterin des Rechtsamtes der Neustadt, unter der Telefonnummer 09568/81110 melden.

Landtagswahl Zur Landtagswahl am 15. September treten nach Mitteilung des Landeswahlleiters Karlheinz Anding 15 Parteien und Wählergruppen mit 1 769 Bewerbern an, darunter 183 alleine in Oberfranken. In Oberbayern können die Stimmberechtigten sogar unter 510 Bewerbern auswählen. In der Oberpfalz kandidieren dagegen nur 152 Personen. Rund 27 Prozent der Kandidaten sind Frauen. Im Vergleich zur Landtagswahl 2008 kandidieren somit drei Bewerberinnen weniger. Das durchschnittliche Alter der Bewerber liegt bei 49 Jahren. Die meisten Bewerber, nämlich jeweils 180, finden sich auf den Wahlvorschlägen der Parteien Grüne, ÖDP und BP.

Die Fragen stellte
Berthold Köhler