Wer in den vergangenen Tagen die Entwicklung bei der Zahl der Corona-Infektionen verfolgt hat, wird von dieser Nachricht nicht mehr überrascht sein: "Wir haben uns schweren Herzens, aber letztlich einstimmig, dazu entschlossen, dass der Nikolausmarkt in seiner bisherigen Form nicht stattfinden kann" - das hat gestern Abend (19. Oktober 2020) der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Neustadt bei Coburg, Martin Stingl (SPD), nach einer nicht öffentlichen Sitzung des Kultur- , Sport- und Städtepartnerschaftsausschusses auf Nachfrage bestätigt.

Irgendwie stand der Nikolausmarkt 2020 eh unter einem schlechten Stern. Im Laufe der Bauarbeiten zur Neugestaltung des Marktplatzes hat sich zuletzt herausgestellt, dass der Schützenplatz als Lagerstätte für Baumaterial und Erdreich gebraucht wird. Passé also die Idee, nach einer gelungenen Premiere im vergangenen Jahr auch heuer den Nikolausmarkt hoch ans Familienzentrum zu legen. Blieb als letzte Alternative für einen größeren Rahmen der Freizeitpark "Villeneuve-sur-Lot", wie Martin Stingl versicherte: "Dort wäre es möglich gewesen, die aktuell gültigen Hygienevorgaben einhalten zu können."

Nikolausmarkt abgesagt: Bei steigenden Coronazahlen zu gefährlich

Als letztlich entscheidend für die Absage war laut Martin Stingl die aktuell steigende Zahl der Corona-Erkrankungen in ganz Deutschland. Zudem habe eine Abfrage unter den Neustadter Vereinen und Verbänden, die traditionell mit ihren Ständen auf dem Nikolausmarkt stark vertreten sind, eine deutlich spürbare Zurückhaltung an den Tag gebracht. Es sei mehrfach die Sorge laut geworden, dass es in der jetzigen Zeit zu gefährlich sei, ehrenamtliche Helfer dem Infektionsrisiko einer großen Publikumsveranstaltung wie dem Nikolausmarkt auszusetzen.